October 26, 2018 / 11:24 AM / 20 days ago

Türkei und Deutschland wollen engere Energiekooperation

Turkish and German flags flutter before the visit of Turkish President Tayyip Erdogan, at the airport in Berlin, Germany, September 27, 2018. REUTERS/Hannibal Hanschke

Ankara (Reuters) - Deutschland und die Türkei wollen die Zusammenarbeit im Energiebereich verbessern.

“Der Fokus soll dabei auf dem Ausbau von Effizienz und erneuerbaren Energien sowie der Modernisierung der Infrastruktur liegen”, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag beim Deutsch-Türkischen Energieforum in Ankara. Ziele seien eine größere Unabhängigkeit von Importen, höhere Versorgungssicherheit und zukunftsträchtige Jobs. “Die Energiesicherheit Europas führt über die Türkei”, sagte der zuständige türkische Minister Fatih Dönmez. Türkische Pipelines könnten ins europäische System integriert sowie mit dem russischen und irakischen System verbunden werden.

Beide Minister unterzeichneten eine Absichtserklärung für die künftige Zusammenarbeit im Energiebereich. So soll sich jährlich eine hochrangige Steuerungsgruppe treffen. Dabei gehe es um Themen wie erneuerbare Energien und Effizienz. Altmaier bezeichnete die Türkei als Drehscheibe zwischen Europa und Asien. “Deutschland hat international einen guten Ruf, erneuerbare Energien zu produzieren, auszubauen und zu integrieren”, sagte der CDU-Politiker. “Wenn wir unsere Kräfte vereinen, können wir gemeinsam viel erreichen.”

Der Chef des deutschen Energiekonzerns E.ON, Johannes Teyssen, fordert die Türkei angesichts der Wirtschaftskrise zu weiteren Reformen auf. “Wir freuen uns, dass wir erste vorsichtige, aber noch fragile Zeichen der Stabilisierung erleben können”, sagte Teyssen. Veränderungen seien politisch und ökonomisch nicht einfach. “Sie erfordern Mut.” Sein Unternehmen glaube an “die starken fundamentalen Grundbedingungen der türkischen Volkswirtschaft, gerade im Bereich der Stromwirtschaft”. E.ON wolle weiter in der Türkei investieren. “In schwierigen Zeiten kommt es auch auf uns, die Unternehmer, an”, sagte Teyssen. “Wir sind entschieden, unsere Investitionen im Rahmen unserer Möglichkeiten fortzusetzen.” E.ON und sein türkischer Partner Sabanci sind am Versorger Enerjisa Enerji beteiligt, der mehr als 20 Millionen Menschen erreicht.

Die rohstoffarme Türkei ist auf Importe von Erdöl und Erdgas angewiesen. Die kräftige Abwertung der Landeswährung Lira in diesem Jahr macht den Einkauf auf den Weltmärkten teurer. Das trägt mit zum großen Defizit des Landes in der Leistungsbilanz bei, das 2017 rund sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachte. Die Regierung versucht, durch erneuerbare Energien die Abhängigkeit von Öl und Gas zu senken. So wurde im Oktober ein Großprojekt für den Bau von drei Solarkraftanlagen ausgeschrieben im Projektwert von einer Milliarde Dollar. Die Anlagen sollen 1,9 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren, was den Bedarf von 600.000 Haushalten decken könnte.

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