September 5, 2019 / 1:09 PM / 3 months ago

Türkei will Hilfe für syrische Flüchtlinge und droht EU mit Grenzöffnung

A view of Elbeyli crossing on the Syrian-Turkish border, as seen from the Syrian side, in the town of al-Rai, Syria July 23, 2019. Picture taken July 23, 2019. REUTERS/Khalil Ashawi

Ankara (Reuters) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht der EU mit der Öffnung der Grenzen für Migranten, sollte sein Land nicht ausreichend internationale Hilfe bei der Versorgung syrischer Flüchtlinge erhalten.

Die Türkei sei entschlossen, im Nordosten Syriens eine Sicherheitszone zu errichten und rund eine Million Flüchtlinge dort anzusiedeln, sagte Erdogan am Donnerstag in Ankara. Dafür sei es nötig, dass die internationale Gemeinschaft Hilfe leiste. “Entweder das geschieht - oder wir öffnen die Tore.” Nach dem 2016 geschlossenen EU-Türkei-Abkommen soll Ankara die Migration auf dem See- und dem Landweg Richtung Europa eindämmen und erhält dafür Milliardenzahlungen der Europäischen Union zur Unterstützung der Flüchtlinge im eigenen Land.

Die Türkei hat 3,6 Millionen Syrer aufgenommen, die vor dem seit acht Jahren anhaltenden Bürgerkrieg geflohen sind. Sie kontrolliert Teile von Nordsyrien, wohin nach türkischen Angaben bereits 350.000 syrische Flüchtlinge gebracht wurden. Zusammen mit den USA richtet die Türkei im überwiegend kurdischen Nordosten des Nachbarlandes eine Sicherheitszone ein. Erdogan zufolge könnten dort noch deutlich mehr Flüchtlinge angesiedelt werden. “Unser Ziel ist es, dass mindestens eine Million unserer syrischen Brüder in die Sicherheitszone zurückkehren, die wir entlang unserer 450 Kilometer langen Grenze errichten werden.” Insgesamt teilen die Türkei und Syrien vom Mittelmeer bis zum Tigris eine 900 Kilometer lange Grenze.

Die Türkei könne in der Zone Häuser anstelle von Zelten für Flüchtlinge errichten, sagte der Präsident. “Gebt uns logistische Unterstützung, und wir können Häuser bis 30 Kilometer weit in den Norden Syriens hinein bauen.” Auf diese Weise könnten den Flüchtlingen menschenwürdige Lebensbedingungen geboten werden. Die Türkei werde die Bürde aber nicht allein tragen. “Noch haben wir keine Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, namentlich der Europäischen Union, erhalten.”

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