March 30, 2018 / 8:31 AM / 4 months ago

Türkei wirft Frankreich Unterstützung von Terroristen vor

Istanbul (Reuters) - Die Türkei wirft dem Nato-Verbündeten Frankreich eine Unterstützung von Terroristen vor.

French President Emmanuel Macron (R) and Turkish President Recep Tayyip Erdogan walk during a joint press conference at the Elysee Palace in Paris, France, January 5, 2018. REUTERS/Ludovic Marin/Pool

Das Hilfsangebot Frankreichs für eine kurdisch dominierte Miliz in Syrien bringe die beiden Nato-Partner auf Kollisionskurs, sagte der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdag am Freitag. Diejenigen, die mit Terrorgruppen gegen die Türkei zusammenarbeiteten und Solidarität zeigten, würden “wie die Terroristen ein Ziel der Türkei werden”, erklärte er über Twitter. “Wir hoffen, dass Frankreich nicht einen solch irrationalen Schritt geht.”

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Donnerstag in Paris den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) Unterstützung bei der Stabilisierung der Sicherheitszone im Nordosten Syriens zugesagt, um ein Wiedererstarken der Islamisten-Miliz IS zu verhindern. Zur SDF gehören auch Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz. Die Regierung in Ankara sieht in dieser eine Terror-Organisation mit Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Frankreich schlage in Syrien einen völlig falschen Weg ein, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. “Wir haben keine Absicht, Soldaten von Verbündeten zu verletzen, aber wir können Terroristen nicht erlauben, sich frei zu bewegen.” Mit Macron habe er sich bei einem Treffen vergangene Woche ein hitziges Wortgefecht geliefert. Ein Angebot Frankreichs, als Vermittler zwischen SDF und der Türkei zu dienen, schlug Erdogan aus. “Wer seid Ihr, dass Ihr von Vermittlung zwischen der Türkei und Terroristen redet”, sagte Erdogan vor Mitgliedern seiner regierenden AK Partei in Ankara.

Mitte März hatten türkische Truppen nach einer zweimonatigen Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz die nordsyrische Stadt Afrin eingenommen. Die Türkei war deshalb international in die Kritik geraten. Erdogan zufolge bereitet die Türkei weitere Militäraktionen in Nordsyrien vor. Bis hin zur irakischen Grenze sollten die Extremisten vertrieben werden. Die Regierung in Ankara will verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet. In der syrischen Stadt Manbidsch sind US-Soldaten im Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS Seite an Seite mit YPG-Angehörigen stationiert.

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