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Weltnachrichten

Bundesregierung warnt Türkei vor neuer Gasexploration

A Greek flag flatters in a beach near the town of Kyllini, as rare storm, known as a Medicane (Mediterranean hurricane), hit western Greece, September 18, 2020. REUTERS/Costas Baltas TPX IMAGES OF THE DAY

Berlin/Athen (Reuters) - Im Streit um die Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen im Mittelmeer sorgt die Türkei für neuen Ärger.

Nachdem die Türkei ein Forschungsschiff in ein mit Griechenland und Zypern umstrittenes Seegebiet geschickt hatte, warnte die Bundesregierung die Regierung in Ankara am Montag vor neuen Gasexplorationen. Mit Blick auf den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag brachte Regierungssprecher Steffen Seibert indirekt Konsequenzen ins Spiel. Das Auswärtige Amt kündigte an, dass Außenminister Heiko Maas am Dienstag nach Griechenland und Zypern reisen werde.

Griechenland hatte zuvor mit Empörung auf den neuen Einsatz eines türkischen Forschungsschiffs reagiert. Das Außenministerium in Athen sprach umgehend von einer “großen Eskalation” und warf der Türkei Unglaubwürdigkeit vor. Der türkische Energieminister Fatih Donmez erklärte dagegen per Twitter: “Wir werden weiter Erkundungen machen, graben und unsere Rechte wahrnehmen.” Die “Oruc Reis” soll südlich der griechischen Insel Kastellorizo weitere seismische Messungen vornehmen, wie Schifffahrtsdaten zeigten.

Das Schiff war erst im vergangenen Monat im Vorfeld eines EU-Gipfels aus umstrittenen Gewässern abgezogen worden. Die Türkei hatte dies als Signal der Diplomatie bezeichnet. Die EU-Staaten kündigten anschließend Sanktionen für den Fall an, dass die Türkei die kritisierten Aktivitäten in der Region fortsetzen sollte. Die Regierung in Ankara reagierte verärgert auf die Warnung. Die Türkei prüft im östlichen Mittelmeer Öl- und Gasfördergelegenheiten. Die Gebiete werden jedoch auch von Zypern und Griechenland beansprucht.

Beide EU-Länder hatten auf Sanktionen der EU gegen die Türkei gepocht, die etwa Deutschland mit einem Vermittlungsversuch aber hatte abwenden wollen. “Wenn es zu einer erneuten Exploration käme, wäre das sehr bedauerlich und aus unserer Sicht auch ein unkluger Schritt”, sagte Regierungssprecher Seibert in Berlin. Dadurch würden die Bemühungen um Entspannung im östlichen Mittelmeer zurückgeworfen. Dies wäre alles andere als förderlich für die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei.

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