July 23, 2020 / 12:14 PM / 19 days ago

Macron fordert Sanktionen gegen Türkei - Merkel will vermitteln

German Chancellor Angela Merkel arrives for a meeting of the first face-to-face EU summit since the coronavirus outbreak began, in Brussels, Belgium, July 20. REUTERS/Francois Lenoir/Pool

Paris/Berlin (Reuters) - Im Territorial-Streit der Türkei mit Griechenland und Zypern fordert der französische Präsident Emmanuel Macron Sanktionen gegen die Regierung in Ankara.

“Ich stehe voll und ganz hinter Zypern und Griechenland angesichts der türkischen Verletzungen ihrer Souveränität”, sagte Macron am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem zyprischen Amtskollegen Nicos Anastasiades. Es sei nicht hinnehmbar, dass das Hoheitsgebiet der beiden EU-Staaten im Mittelmeer verletzt und bedroht werde. “Diejenigen, die das tun, müssen sanktioniert werden.” Deutschland will in dem Streit, bei dem es um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer geht, zwischen den beiden Nato-Partnern Türkei und Griechenland vermitteln. Dazu habe sich Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschaltet, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Ein wesentlicher Vorteil sei es, dass Merkel mit beiden Seiten reden könne, sagte Kramp-Karrenbauer in Berlin. “Deswegen kommt es auch nicht von ungefähr, dass die Kanzlerin sich eingeschaltet hat beziehungsweise eingeschaltet worden ist.” Kramp-Karrenbauer verwies auf Konflikte zwischen türkischen und französischen Kriegsschiffen im Mittelmeer. Auch das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium würden ihre jeweiligen Kontakte nutzen, um deeskalierend zu wirken. In deutschen Medien war berichtet worden, dass Merkel in letzter Minute eine militärische Konfrontation zwischen der Türkei und Griechenland mit Telefonaten mit beiden Regierungen verhindert habe. Eine Regierungssprecherin hatte lediglich bestätigt, dass Merkel mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis telefoniert habe.

Auslöser des Streits ist die Entdeckung von großen Gasvorkommen, die auch einen Interessenskonflikt der Türkei mit dem EU-Mitglied Zypern ausgelöst hat. Griechenland und die Türkei haben nach türkischen Bohrungen in einer von beiden Ländern beanspruchten Seezone Militärschiffe in die Region entsandt. Am Dienstag war es zu neuen Spannungen gekommen. Die türkische Marine hatte ein Gutachten für seismische Untersuchungen in einem Seegebiet zwischen Zypern und Kreta herausgegeben. Griechenland bezeichnete dies als türkischen Versuch, auf seinen Festlandsockel vorzudringen.

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