July 8, 2019 / 8:20 AM / in 4 months

Rauswurf von Notenbankchef belastet türkische Finanzmärkte

The logo of the Bourse Istanbul is pictured in Istanbul December 17, 2013. Turkey's Bourse Istanbul could acquire a minority stake in Nasdaq OMX Group as part of a tie-up that will involve the Turkish exchange using Nasdaq's market technologies, its chairman Ibrahim Turhan said on December 31, 2013. Bourse Istanbul will buy stock trading and clearing software and infrastructure from Nasdaq OMX and will be able to use and resell the software in 25 countries, in a move designed to attract more trade from the world's leading investment banks and brokers, Turhan said. Picture taken December 17, 2013. To match TURKEY-STOCK/NASDAQ REUTERS/Murad Sezer (TURKEY - Tags: BUSINESS LOGO POLITICS)

Frankfurt (Reuters) - Die Entlassung des türkischen Notenbankchefs versetzt Anleger in Unruhe.

Der Leitindex der Istanbuler Börse verlor am Montagvormittag um bis zu 1,8 Prozent. Der Ausverkauf bei Anleihen trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 16,36 von 15,72 Prozent. Die Währung des Landes ging ebenfalls auf Talfahrt. Im Gegenzug verteuerten sich Dollar und Euro um bis zu 3,5 Prozent auf 5,7930 beziehungsweise 6,5364 Lira.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Wochenende Zentralbankchef Murat Cetinkaya abberufen. Sein Nachfolger werde der bisherige Vize Murat Uysal. Dieser gilt als Befürworter eine lockeren Geldpolitik. Dies schüre Spekulationen, dass die Notenbank die Zinsen auf ihrer kommenden Sitzung Ende Juli deutlich senken werde, sagte Analyst Yusuf Kavak vom Brokerhaus Isik Securities.

Wer Cetinkaya nachfolge, sei allerdings irrelevant, betonte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Schließlich müsse jeder Zentralbanker mit seiner Entlassung rechnen, wenn er sich nicht dem Willen Erdogans beuge. Dieser hatte immer wieder niedrigere Zinsen gefordert. Den Experten der BayernLB zufolge ist die Talfahrt der türkischen Währung noch nicht zu Ende. “Das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Lira wird ob solch massiver Eingriffe in die Unabhängigkeit der Zentralbank erneut auf eine harte Probe gestellt. Aber wer in solchen Ländern aktiv ist und immer noch investiert, dürfte Kummer ja gewöhnt sein”, konstatieren die Analysten.

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