November 22, 2018 / 10:16 AM / in 25 days

Neuer Hinweis auf Bin Salmans Verwicklung in Tod Khashoggis

FILE PHOTO: Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman during a meeting with U.N Secretary-General Antonio Guterres at the United Nations in New York on March 27, 2018. REUTERS/Amir Levy/File Photo

Istanbul (Reuters) - Der Verdacht einer Verwicklung des saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Tod des Journalisten Jamal Khashoggi hat am Donnerstag neue Nahrung erhalten.

Die Internetseite der Zeitung “Hürriyet” zitierte einen prominenten Kommentator mit den Worten, der US-Geheimdienst CIA verfüge über eine Tonaufnahme, die auf eine Verwicklung des Kronprinzen in das Verbrechen hinweise. Danach soll es sich um den Mitschnitt eines Telefongesprächs zwischen Prinz Mohammed und seinem Bruder handeln, dem saudiarabischen Botschafter in Washington. Darin habe Bin Salman angeordnet, “Khashoggi sobald wie möglich zum Schweigen zu bringen”. Nach der Darstellung des “Hürriyet”-Journalisten hat CIA-Chefin Gina Haspel bei ihrem Besuch in der Türkei im Oktober signalisiert, dass es eine derartige Tonaufnahme gebe. In türkischen Regierungskreisen hieß es, über eine solche Aufnahme sei nichts bekannt.

Khashoggi wurde im saudiarabischen Konsulat in Istanbul getötet. Das Land räumte erst nach längerem Leugnen den Tod des in den USA lebenden Journalisten ein, bestreitet aber eine Mitwisserschaft des Königshauses.

Widersprüchliche Äußerungen gab es darüber, ob der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf dem G20-Treffen kommende Woche in Argentinien mit Kronprinz Mohammed zusammentrifft. Erdogan selbst habe ein solches Treffen ausgeschlossen, berichtete der Rundfunksender A Haber. Sein Sprecher hatte zuvor erklärt, das hänge vom Programm ab und könne durchaus passieren.

DÄNEMARK STOPPT RÜSTUNGSEXPORTE NACH SAUDI-ARABIEN

Unterdessen setzte auch Dänemark alle Exporte von Waffen und Militärausrüstung nach Saudi-Arabien aus. Die Entscheidung sei in Absprache mit anderen EU-Staaten wegen der Tötung Khashoggis und wegen der Lage in Jemen getroffen worden, teilte das dänische Außenministerium mit. Der Exportstopp betrifft den Angaben zufolge auch sogenannte Dual-use-Güter, die sowohl im zivilen Bereich als auch militärisch genutzt werden können.

Deutschland hat bereits seine Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien vorübergehend ausgesetzt. Außerdem kündigte die Bundesregierung Einreisesperren gegen 18 saudiarabische Staatsangehörige an, die mutmaßlich in den Fall Khashoggi verwickelt sind. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er halte trotz einer eventuellen Verstrickung des saudiarabischen Kronprinzen in die Ermordung Khashoggis an der engen Partnerschaft mit dem Königreich fest.

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