January 25, 2018 / 10:14 AM / a month ago

USA dringen auf Zurückhaltung der Türkei in Syrien

Washington (Reuters) - Die Nato-Partner USA und Türkei haben in einem Telefonat ihrer Präsidenten Differenzen über das türkische Eingreifen in Nordsyrien nicht ausräumen können.

Präsident Donald Trump habe seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan zur Zurückhaltung bei der Militäroffensive aufgefordert. Erdogan müsse jegliche Aktionen unterlassen, durch die es zu einem direkten Konflikt mit US-Soldaten kommen könnte, sagte Trump am Mittwoch nach Mitteilung des Präsidialamts. Die zunehmende Gewalt in der Region Afrin untergrabe gemeinsame Ziele in Syrien. Die türkische Regierung widersprach dieser Darstellung. Die Präsidenten hätten in dem Telefonat lediglich ihre Meinungen zur Offensive “Olivenzweig” ausgetauscht.

Dabei habe Trump keinerlei Sorge über eine Eskalation der Gewalt durch die Militäraktion geäußert, sagte ein türkischer Regierungsvertreter, hieß es in türkischen Regierungskreisen. Einer von Trumps Sicherheitsberatern, Tom Bossert, bekräftigte allerdings später die US-Position nach Zurückhaltung der Türkei. Er sei dafür, dass sich die Türkei zunächst wieder aus Afrin zurückziehe, sagte Bossert am Donnerstag. Im Norden Syriens steigt das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation zwischen der Türkei und den USA.

Erdogan hat der von den USA unterstützten syrischen Kurdenmiliz YPG mit einer großflächigen Bekämpfung gedroht. Angefangen werde damit in der Region Manbidsch. Dort haben die Amerikaner Militärpersonal stationiert - anders als im weiter westlich gelegenen Afrin, wo seit mehreren Tagen ein türkischer Luft- und Bodeneinsatz gegen die YPG läuft. Die Türkei betrachtet die YPG als Schwesterorganisation der verbotenen PKK, die seit Jahrzehnten für eine Autonomie der Kurden kämpft. Die YPG ist maßgeblich beteiligt am Kampf gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS).

Erdogan habe Trump aufgefordert, die Waffenlieferungen an die YPG zu stoppen, sagte ein türkischer Regierungsvertreter. Trump habe erklärt, die USA lieferten den Kurden derzeit keine Waffen und würden die Lieferungen auch nicht wieder aufnehmen.

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