February 16, 2018 / 3:19 PM / 4 months ago

Schwierige Annäherung im Streit zwischen USA und Türkei

Ankara (Reuters) - Die Türkei und die USA haben eine Verbesserung ihrer angespannten Beziehungen beschworen.

Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu and U.S. Secretary of State Rex Tillerson look at a picture of Mustafa Kemal Ataturk, founder of modern Turkey, as they arrive to a meeting in Ankara, Turkey, February 16, 2018. REUTERS/Cem Ozdel/Pool

Die Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Rex Tillerson hoben am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz die Bedeutung eines guten Verhältnisses der beiden Nato-Partner hervor, blieben bei den konkreten Schritten zur Überwindung ihrer Differenzen aber vage. Der türkische Minister sprach von einem “Mechanismus” für weitere Gespräche und von einem weiteren Treffen Mitte März. Tillerson sagte, beide Staaten seien daran interessiert, die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu besiegen und stabile Verhältnisse in Syrien zu sichern. Aus türkischen Regierungskreisen verlautete, die Regierung in Ankara habe einen gemeinsamen Einsatz vorgeschlagen.

“Unsere Beziehung befindet sich ein wenig in der Krise”, sagte Tillerson nach dem Treffen. “Von diesem Augenblick an werden wir gemeinsam handeln.” Der Minister verwies auf das legitime Recht der Türkei auf sichere Grenzen. Zugleich forderte er sie auf, jede weitere Eskalation zu verhindern. Beide Staaten liegen im Streit wegen ihres militärischen Engagements in Syrien, wo sie teils gegensätzliche Interessen verfolgen. Die USA unterstützen eine von der kurdischen YPG-Miliz dominierte Streitmacht, die erfolgreich den IS bekämpft. Die Türkei betrachtet die syrische YPG als terroristische Gruppierung und will deren Erstarken an der Grenze verhindern, damit sie nicht der kurdischen Autonomiebewegung in der Türkei Auftrieb gibt.

TÜRKEI WILL RÜCKZUG DER YPG AUF GEBIETE ÖSTLICH DES EUPHRAT

Die türkische Armee ist im Norden Syriens einmarschiert und will die YPG aus dem Gebiet Afrin bis hinter den Euphrat vertreiben. Sie kündigte auch einen Angriff auf die Stadt Manbidsch an, die etwa 100 Kilometer östlich von Afrin liegt. Auch von dort soll sich die YPG nach türkischen Vorstellungen an das Ostufer des Euphrat zurückziehen. Bei Manbidsch sind auch US-Soldaten stationiert, die die YPG unterstützen. Die türkischen Pläne könnten daher zu einer direkten Konfrontation von Soldaten beider Staaten führen.

Die Türkei habe vorgeschlagen, das Gebiet um Manbidsch könnte auch gemeinsam von türkischen und US-Truppen kontrolliert werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus türkischen Regierungskreisen. Bedingung sei, dass sich die YPG von dort hinter den Euphrat zurückziehe. Weder Tillerson noch Cavusoglu nahmen direkt zu dem Vorschlag Stellung. “Es ist wichtig, wer diese Gebiete regiert und die Sicherheit dort garantiert”, sagte Cavusoglu. Tillerson erklärte, das Problem Manbidsch werde Priorität bei den weiteren Treffen haben. Er hatte sich am Donnerstagabend mehr als drei Stunden mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen.

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