June 14, 2019 / 5:15 AM / 10 days ago

US-Militär nach Tanker-Angriffen - Krieg mit Iran nicht in unserem Interesse

- von Lisa Barrington und Lesley Wroughton

An Iranian navy boat tries to stop the fire of an oil tanker after it was attacked in the Gulf of Oman, June 13, 2019. Tasnim News Agency/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.

Dubai/Washington (Reuters) - Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Öl-Tanker im Golf von Oman spitzt sich der Streit zwischen den USA und dem Iran zu.

Die islamische Republik wies am Freitag US-Darstellungen zurück, für die Taten verantwortlich zu sein. Die Amerikaner hätten sofort Anschuldigen ohne irgendwelche Beweise erhoben, twitterte Außenminister Mohammad Dschawad Sarif. Das zeige, dass in den USA ein “B-Team” einen “Plan B” der “Sabotage-Diplomatie” verfolge. Das US-Militär veröffentlichte indes ein Video, das zeigen soll, dass sich ein Boot der iranischen Revolutionsgarden einem der Tanker näherte und einen nicht detonierten Sprengsatz entfernt. Die USA beorderten zudem einen weiteren Zerstörer in das Gebiet, Ein Militärsprecher erklärte, die USA würden ihre eigenen Interessen verteidigen. “Aber ein Krieg mit dem Iran ist nicht in unserem strategischen Interesse und auch nicht im besten Interesse für die internationale Gemeinschaft.”

Bei den mutmaßlichen Angriffen am Donnerstag im Golf von Oman waren die beiden Tanker “Front Altair” und “Kokuka Courageous” beschädigt worden. Die USA machen den Iran dafür verantwortlich. Washington gehe aufgrund von Informationen des Geheimdienstes, des Typs der verwendeten Waffen und der ausgeklügelten Ausführung der Taten davon aus, dass der Iran dahinter stecke, hatte US-Außenminister Mike Pompeo erklärt.

“UNKLUGE ESKALATION”

Der britische Außenminister Jeremy Hunt erklärte am Freitagmorgen, sein Land werde zwar eine eigene Überprüfung der Vorfälle vornehmen. Zunächst vertraue man aber den Erklärungen des Verbündeten USA. Die Vorfälle seien “sehr besorgniserregend und kommen zu einer Zeit von ohnehin schon großen Anspannungen”, erklärte Hunt. “Wir nehmen das sehr ernst und meine Botschaft an den Iran ist, dass, wenn sie darin verwickelt sind, es eine äußerst unkluge Eskalation ist, die eine ernste Gefahr für die Aussicht auf Frieden und Stabilität in der Region darstellt.” Die Vereinten Nationen hatten soch am Donnerstag vor einer Eskalation gewarnt.

Das US-Militär präsentierte unterdessen ein Video. Es zeige, dass sich eine Boot der iranischen Revolutionsgarden der “Kokuka Courageous” nähere und eine Sprengsatz entferne, sagte ein Militär-Sprecher. Die iranische Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York warf den USA und seinen regionalen Verbündeten Saudi Arabien und Vereinigte Arabische Emirate indes “Kriegstreiberei” und rief die internationale Gemeinschaft auf, das nicht hinzunehmen.

“Kein Interesse an neuem Konflikt”

Die USA schickten den Zerstörer “USS Mason” in das Gebiet. Das Schiff sei auf den Weg dorthin, wo die beiden Tanker angegriffen worden seien, erklärte das US-Militär. Der Zerstörer “USS Bainbridge” stehe zudem in engem Kontakt mit der “Kokuka Courageous”, die am Donnerstag im Golf von Oman beschädigt wurde und japanische Eigner hat. Man habe zwar kein Interesse an einer Einbindung in einen neuen Konflikt im Nahen Osten, sagte ein Militärsprecher. Man sei aber bereit, US-Interessen zu verteidigen, etwa das der freien Schifffahrt. Der Golf von Oman ist über die Straße von Hormus mit dem Persischen Golf verbunden. Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Wasserwege weltweit, der vor allem für Öltransporte aus der Golfregion eine zentrale Rolle spielt.

Erst Mitte Mai waren vier Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate attackiert worden. Saudi-Arabien machte den Iran und von der Islamischen Republik unterstützte Kräfte dafür verantwortlich. Der Iran wies die Vorwürfe zurück. Auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt im Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik massiv verschärft.

Der Ölpreis gab am Freitag wieder etwas nach. Am Donnerstag war er wegen der Vorfälle im Golf von Oman und damit verbundener Sorgen vor einer sicheren Öl-Versorgung deutlich gestiegen.

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