March 14, 2010 / 2:33 PM / 10 years ago

Thailands Opposition demonstriert für vorgezogene Wahlen

Ein Unterstützder des ehemaligen thailändischen Präsidenten Thaksin Shinawatra während einer Demonstration in Bangkok am 14. März 2010. REUTERS/Kerek Wongsa

Bangkok (Reuters) - In der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind am Sonntag Zehntausende Demonstranten gegen die Regierung auf die Straße gezogen.

Rund 80.000 Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra strömten in die Hauptstadt und stellten der vom Militär gestützten Staatsführung ein Ultimatum: Sollte die Regierung nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden vorgezogene Wahlen ausrufen, werde das Leben in der Hauptstadt durch Massenproteste massiv gestört.

Die Polizei rechnete zum Sonntagabend mit einer knappen Verdopplung der “Rot-Hemden”, wie die Thaksin-Anhänger wegen ihres bevorzugten Kleidung genannt werden. Es wird befürchtet, dass die Demonstrationen noch Tage andauern und auch in Gewalt ausufern könnten. Beobachter rechnen aber damit, dass Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva die Proteste durchstehen und sich nicht dem Druck der Straße beugen wird.

Die Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und der Regierung brodeln seit langem. 2009 hatten Anhänger des wegen Bestechlichkeit verurteilten Thaksins unter anderem fast drei Wochen lang den Regierungssitz blockiert. In ihren Augen ist der aktuelle Ministerpräsident unrechtmäßig an die Spitze der Regierung gelangt.

DEMONSTRANTEN SANGEN UND TANZTEN

Mehrere Hauptstraßen nahe des Regierungssitzes waren am Sonntag durch Autos der Demonstranten oder die rund 50.000 eingesetzten Soldaten und Polizisten blockiert. Im historischen Zentrum von Bangkok versammelten sich die Protestler, sangen und tanzten. “Diese Regierung macht mich wütend. Eigentlich habe ich mich nie besonders für Politik interessiert, bis klar wurde, dass sie sich auf Kosten von Menschen wie uns an die Macht klammert”, sagte ein Bauer aus dem Nordosten, wo viele Anhänger des millionenschweren ehemaligen Telekommunikations-Magnaten leben.

Die Organisatoren haben friedliche Demonstrationen zugesichert, was ihr Ziel der Neuwahlen Experten zufolge erschweren könnte. “Bleibt die Menge kontrolliert, ist es schwer, die Regierung wirklich unter Druck zu setzten”, sagt Charnvit Kasetsiri, Zeitgeschichtler der Universität Thammasart. Die “Rot-Hemden” müssten sich Verhör verschaffen, ansonsten könnte die Regierung die Proteste einfach aussitzen. Auch die Regierung rechnet mit unruhigeren Protesten in den kommenden Tagen. Die Menschen könnten dann zunehmend frustriert sein, sagte der für die nationale Sicherheit zuständige Generalsekretär Thawil Pliensri der Nachrichtenagentur Reuters.

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