April 9, 2010 / 5:11 PM / 9 years ago

Thailändische Opposition erobert ihren TV-Sender zurück

Angehörige der thailändischen "Rothemden" im Kampf mit Soldaten am Thaicom-Center in Bangkok am 9. April 2010. REUTERS/Damir Sagolj

Bangkok (Reuters) - Im Machtkampf mit der Regierung hat die thailändische Opposition einen ersten Teilerfolg erkämpft.

Tausende Demonstranten stürmten am Freitag eine Fernseh-Satellitenstation und erzwangen dadurch die Wiederaufnahme des Programms ihres Fernsehsenders. Dabei lieferten sie sich mit den Sicherheitskräften die ersten schweren Auseinandersetzungen seit Verhängung des Ausnahmezustands über Bangkok vor drei Tagen. Polizisten und Soldaten setzten Wasserwerfer und Tränengas gegen die “Rothemden” ein, die über Stacheldrahtrollen kletterten und die Station für mehrere Stunden besetzten.

“Wir wollen unseren Sender zurück”, riefen Wortführer den Demonstranten zu, die sich gewaltsam Zugang zu der Satellitenstation verschafften. Die meisten Soldaten zogen sich schließlich vom Gelände zurück und überließen es für drei Stunden den Anhängern des vor vier Jahren vom Militär gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Die Protestierer nahmen den Sicherheitskräften Gewehre, Schlagstöcke, Schutzschilde, Munition und Tränengasgranaten ab und präsentierten sie stolz.

Nach Verhandlungen zwischen der Polizei und den Wortführern der Opposition nahm die am Vortag vom Sender genommene Station “Volkskanal” ihren Betrieb wieder auf. Daraufhin riefen die Wortführer der “Rothemden” die Menge auf, sich zu zerstreuen.

Unklar war allerdings, ob der “Volkskanal” auf Dauer weitersenden kann. Er war mit der Begründung geschlossen worden, Desinformationen zu betreiben. “Wenn sie wieder Informationen fälschen sollten, werden wir tätig werden müssen”, sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn.

Die Opposition, die seit 27 Tagen gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva protestiert, fordert vorgezogene Wahlen. Abhisit hat das bisher abgelehnt und für Dezember eine Abstimmung angeboten. Ranghohe Militärs haben ein gewaltsames Vorgehen gegen die Demonstranten ausgeschlossen. “Solange einige Gruppen keine Dummheiten wie einen Bombenanschlag oder ein Attentat gegen führende Persönlichkeiten begehen, ist in den nächsten Tagen der Einsatz von Gewalt sehr unwahrscheinlich”, hieß es in Armeekreisen.

- von Ambika Ahuja und Pracha Hariraksapitak -

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