April 4, 2019 / 8:53 AM / 21 days ago

Offizielle Absturz-Untersuchung lässt Boeing nicht vom Haken

FILE PHOTO: The cockpit of Jet Airways Boeing 737 MAX 8 aircarft is pictured during its induction ceremony at the Chhatrapati Shivaji International airport in Mumbai, India, June 28, 2018. Picture taken June 28, 2018. REUTERS/Abhirup Roy/File Photo

Addis Abeba (Reuters) - Ermittlungen zum Flugzeugabsturz in Äthiopien lassen den Druck auf Boeing weiter wachsen.

Das äthiopische Verkehrsministerium stellte am Donnerstag Ergebnisse einer ersten offiziellen Untersuchung vor und drängte den US-Hersteller zur Überprüfung seiner Flugkontrollsysteme. Die Piloten der 737 MAX von Ethiopian Airlines hätten sich strikt an die Boeing-Vorschriften gehalten, so das Ministerium. Fünf Monate vor dem Absturz in Äthiopien war in Indonesien eine 737 Max verunglückt, auch hier kamen Fragen zur Bordtechnik auf. Der Flugzeugtyp hat inzwischen weltweit Startverbot. Die US-Flugaufsicht FAA kündigte an, internationale Experten unter Beteiligung der Nasa auf die Sicherheitsüberprüfung der 737 MAX anzusetzen.

Die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Moges erklärte, die Ethiopian-Piloten hätten alle von Boeing zur Verfügung gestellten Anweisungen befolgt. “Aber sie war nicht in der Lage, das Flugzeug unter Kontrolle zu bringen.” Wie bei Luftfahrtunfällen üblich gab es in dem vorläufigen Bericht keine direkten Schuldzuweisungen. Doch die Entlastung der Besatzung und die Aufforderung an Boeing zur Überprüfung der Steuerungssoftware deuteten darauf hin, in welche Richtung die noch andauernden Ermittlungen gehen. Am Freitag soll der 30 Seiten starke vorläufige Bericht veröffentlicht werden, Abschlussergebnisse werden binnen eines Jahres erwartet.

Bei dem Unglück am 10. März waren alle 157 Menschen an Bord ums Leben kamen, darunter fünf Deutsche. Nach dem Absturz hatte es Hinweise gegeben, dass eine Software zur Kontrolle des Aufstiegswinkels den Piloten Schwierigkeiten bereitet hatte. Ethiopian Airlines erklärte, die Maschine sei mehrmals in den Sturzflug geraten. Die Besatzung habe dies nicht verhindern können, so dass der Jet abstürzte. Das dabei in die Kritik geratene MCAS-System sorgt für ein automatisches Absenken der Flugzeugnase bei Strömungsabriss. Boeing hatte nach dem Absturz in Indonesien eine Anleitung herausgegeben, wie die Software abgestellt wird. Eine Notfallrichtlinie der US-Luftfahrtaufsicht FAA folgte.

In Indonesien waren im Oktober beim Absturz eines Flugzeugs der Gesellschaft Lion Air 189 Menschen gestorben. Im Zentrum der Ermittlungen steht seit dem Unglück in Äthiopien die Frage, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Unfällen gibt und welche Rolle die Bordtechnik von Boeing gespielt hat.

Der US-Konzern teilte mit, der Bericht aus Äthiopien werde geprüft. Zudem werde Boeing mit dem neuen FAA-Experten-Team zusammenarbeiten. Laut FAA wird es von dem früheren Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde Christopher Hart geleitet. Außerdem sollten Fachleute der FAA, der NASA und Experten internationaler Luftsicherheitsbehörden der Gruppe angehören.

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