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Unternehmensnachrichten

Zeitung: Pfizer will US-Rivalen Wyeth übernehmen

New York/London (Reuters) - Pharmabranchenprimus Pfizer will einem Medienbericht zufolge den US-Rivalen Wyeth schlucken und damit in dem Industriezweig erneut eine der größten Übernahmen aller Zeiten vollziehen.

Bei einem Börsenwert von Wyeth von 52 Milliarden Dollar und einem üblichen Aufschlag von derzeit rund 20 Prozent wäre die Transaktion etwa 60 Milliarden Dollar wert, schreibt das “Wall Street Journal” (WSJ) am Freitag auf seiner Webseite. Im Frankfurter Börsenhandel schoss die Wyeth-Aktie um mehr als 13 Prozent in die Höhe, Pfizer-Papiere büßten dagegen 2,5 Prozent ein.

Pfizer und Wyeth führten schon seit Monaten Gespräche berichtet das Blatt unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise. Mit einer Übernahme von Wyeth würde Pfizer die Branche erneut aufmischen und möglicherweise eine neue Fusionswelle unter den Unternehmen einleiten. Pfizer-Chef Jeff Kindler hatte unlängst der “Financial Times” gesagt, der Konzern sei offen für Großübernahmen. Hierzulande wurde Pfizer zuletzt als einer der Kandidaten für eine Übernahme des Ulmer Arzneimittelherstellers Ratiopharm gehandelt.

Mit solch einer Megaübernahme würde Pfizer kein Neuland betreten. Seine gegenwärtige Führungsposition in der Pharmaindustrie verdankt Pfizer milliardenschweren Zukäufen. Das war vor allem die Übernahme von Warner Lambert im Jahr 2000 und drei Jahre später der 60 Milliarden Dollar teure Kauf des Konzerns Pharmacia. Neben Pfizer sind auch andere aktuelle Branchengrößen wie AstraZeneca, GlaxoSmithKline und auch Sanofi-Aventis in den vergangenen Jahren aus solchen Großakquisitionen entstanden. Pfizer kam 2007 nach eigenen Angaben mit rund 85.000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von 48,4 Milliarden Dollar, Wyeth mit 47.500 Beschäftigten auf 22,4 Milliarden Dollar.

“WSJ” - TRANSAKTION KÖNNTE AUCH SCHEITERN

Eine Vereinbarung zwischen Pfizer und Wyeth stünde aber nicht unmittelbar bevor, hieß es weiter in dem Bericht. Angesichts der schwachen Verfassung der Börse und des globalen Konjunktureinbruchs seien die Gespräche wacklig und könnten scheitern. Pfizer-Sprecher Raymond Kerins sagte, das Unternehmen nehme zu Marktgerüchten oder Spekulationen keine Stellung. Bei Wyeth war zunächst niemand zu erreichen. Dem “Wall Street Journal” zufolge lehnte auch das in Madison in New Jersey ansässige Unternehmen eine Stellungnahme ab. Um die Übernahme zu bewerkstelligen sei an eine Transaktion mittels Bar- und Aktienanteilen gedacht, berichtete das Blatt. Einzelheiten zum Preis seien aber noch nicht ausgehandelt worden.

Pfizer ist nach Jahren an der Spitze der Arzneimittelhersteller in jüngster Zeit arg ins Wanken geraten. Ende 2008 hatte der Kurs der Pfizer-Aktie an der Wall Street die tiefsten Stände seit zehn Jahren markiert. Probleme mit dem Medikamentennachschub und die schärfere Konkurrenz durch Nachahmerhersteller setzen dem New Yorker Konzern, der 2007 ein Forschungsbudget von 8,1 Milliarden Dollar stemmte, gegenwärtig zu. Die größte Herausforderung steht Pfizer aber noch bevor: das Top-Medikament Lipitor wird womöglich schon 2011 seinen Patentschutz verlieren. Dann dürften Pfizer auf einen Schlag Milliarden an Umsätzen wegbrechen.

Wie es um das Geschäft von Pfizer aktuell steht, wird sich kommende Woche zeigen. Dann legt der Konzern seine Bilanz für das vierte Quartal und das vergangene Jahr vor. Pfizer hatte einen Umsatz in etwa wie im Vorjahr in Aussicht gestellt. Beim Gewinn wird ein Anstieg prognostiziert, wobei dem Konzern auch Einsparungen helfen dürften. Pfizer-Chef Kindler hatte versprochen bis Ende 2008 die Kosten im Vergleich zu 2006 um zwei Milliarden Dollar zu senken.

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