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Unternehmensnachrichten

Oracle schluckt Sun für 7,4 Milliarden Dollar

New York (Reuters) - Nach dem Platzen der Fusionsgespräche zwischen IBM und Sun Microsystems schnappt nun überraschend der SAP-Konkurrent Oracle zu und schluckt den Serverhersteller für rund 7,4 Milliarden Dollar.

Oracle zahlt nach Angaben vom Montag 9,50 Dollar pro Sun-Aktie und damit nur 10 Cent mehr als IBM offenbar geboten hatte. Die Sun-Führung hat das Angebot bereits einstimmig angenommen. Oracle-Anleger reagierten angesichts der schwachen Sun-Geschäftszahlen alles andere als euphorisch: Der Aktienkurs fiel um knapp sechs Prozent, während die Anteilsscheine von Sun um 36 Prozent in die Höhe schossen.

Branchenexperten zufolge will sich Oracle mit der Übernahme vor allem im Konkurrenzkampf mit IBM stärken. Sun baut Hochleistungs-Server, die bei vielen Telekom-Firmen und Banken zum Einsatz kommen. Der Erfinder der Java-Software hat sich jedoch nie ganz vom Platzen der Internet-Blase erholt und machte in fünf der vergangenen acht Jahre Verluste. Die Aktie des Unternehmens kostete zur Hochzeit der Internet-Euphorie bis zu 260 Dollar - vor Beginn der Fusionsspekulationen war das Papier für weniger als fünf Dollar zu haben. Nach Angaben von Bankern hat sich Sun bereits monatelang zum Verkauf angeboten. Neben IBM und Oracle galten auch Hewlett-Packard, Dell und Cisco als mögliche Interessenten.

Sun und Oracle besiegelten ihre Fusion offenbar im Rekordtempo: Erst am Donnerstag nahmen sie ihre Verhandlungen auf, wie eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die beiden Firmen kooperieren jedoch bereits seit mehr als 20 Jahren miteinander. Wichtige Oracle-Programme basieren auf Java, zudem ist das Sun-Betriebssystem Solaris eine wichtige Plattform für das Datenbank-Geschäft von Oracle. Bereits im zweiten Jahr nach der Fusion soll Sun mehr als zwei Milliarden Dollar zum Oracle-Betriebsgewinn beitragen.

Wegen der Talfahrt streicht Sun derzeit jeden Fünften seiner weltweit gut 30.000 Arbeitsplätze. Der Konzern macht etwa 40 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Computern, 15 Prozent mit der Datenspeicherung und 40 Prozent mit IT-Dienstleistungen. In Deutschland beschäftigt Sun 1450 Mitarbeiter. Hier hat der Konzern seine Zentrale in München und weitere Niederlassungen unter anderem in Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg.

Auf den Konkurrenzkampf mit dem Rivalen SAP dürfte die Übernahme zunächst keine direkte Auswirkung haben. Der Walldorfer Konzern lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab.

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