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Weltnachrichten

Iran unterzeichnet Abkommen zu Uran-Tausch in der Türkei

Iran's Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei (R), Brazilian President Luiz Inacio Lula da Silva (C) and his Iranian counterpart Mahmoud Ahmadinejad attend an official meeting in Tehran May 16, 2010. REUTERS/Khamenei.ir/Handout

Teheran (Reuters) - Der Iran hat sich im Streit um sein Atomprogramm kompromissbereit gezeigt und einer Urananreicherung im Ausland zugestimmt.

Die Islamische Republik erklärte sich am Montag in einem Abkommen mit der Türkei und Brasilien bereit, schwach angereichertes Uran in der Türkei gegen Brennstäbe zu tauschen. Brasilien und die Türkei hatten als nicht-ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats die festgefahrenen Verhandlungen über einen Kompromissvorschlag zur Auslagerung der Uran-Anreicherung wieder aufgenommen. Die Initiative der beiden Länder galt als wohl letzter Vermittlungsversuch, bevor die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen den Iran verschärfen.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad rief die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland umgehend auf, die Verhandlungen über das umstrittene Atomprogramm wieder aufzunehmen. Nach der Unterzeichnung des Vertrags sei es an der Zeit für Gespräche, die auf “Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und gegenseitigem Respekt basieren”, erklärte er. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, mit der Einigung seien neue Sanktionen gegen den Iran hinfällig.

Die Vereinbarung wurde in Teheran unterzeichnet. Insgesamt sollen 1200 Kilogramm schwach angereichertes gegen höher angereichertes Uran zur medizinischen Forschung getauscht werden. Der Iran stimmte in dem Abkommen zu, dass die Übergabe auf türkischen Boden stattfinden kann. Bislang hatte die Islamische Republik auf einem Tausch auf ihrem Gebiet bestanden.

Der von den UN favorisierte Kompromiss sieht vor, dass der Iran sein niedrig angereichertes Uran nicht selbst verarbeitet, sondern dafür ins Ausland schickt. Im Gegenzug soll das Land atomaren Brennstoff für einen Reaktor erhalten, der Isotope für die Krebsbehandlung herstellt. Damit sollte eine internationale Aufsicht über die Uranverarbeitung sichergestellt werden. Der Iran hatte dem Kompromiss im Oktober zwar grundsätzlich zugestimmt, aber weitere Bedingungen gestellt, die von den Verhandlungspartnern als inakzeptabel zurückgewiesen wurden. Eine Forderung war der Austausch des Urans im Iran statt im Ausland.

Die Regierung in Teheran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Kernwaffen zu streben. Der weltweit fünftgrößte Ölexporteur weist diese Vorwürfe zurück.

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