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Unternehmensnachrichten

Partner Anadarko geht wegen Ölpest auf Distanz zu BP

BP CEO Tony Hayward testifies about the BP oil spill in the Gulf of Mexico at the House Energy and Commerce Committee on Capitol Hill in Washington, June 17, 2010. REUTERS/Kevin Lamarque (UNITED STATES - Tags: POLITICS ENVIRONMENT DISASTER BUSINESS)

Houston/San Francisco (Reuters) - Zwei Monate nach dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon” ist die Ölfirma Anadarko auf Distanz zum Partner BP gegangen.

Anadarko-Chef Jim Hackett warf BP am Freitag Leichtfertigkeit vor, was als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz im Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko gewertet werden könne. Der britische Energiemulti müsse für die Kosten der größten Umweltkatastrophe der amerikanischen Geschichte allein aufkommen. BP wies die Darstellung Hacketts vehement zurück.

Anadarko ist zu 25 Prozent an der außer Kontrolle geratenen Ölquelle beteiligt, das japanische Unternehmen Mitsui & Co zu zehn Prozent. BP, das 65 Prozent der Anteile an der Quelle hält, verwies darauf, dass alle Teilhaber die Kosten der Ölförderung einschließlich der Reinigung tragen müssten. Es ist üblich, dass Ölförderunternehmen wegen der hohen Kosten andere Firmen an Ölquellen beteiligen. In der Regel geben diese Firmen Geld und werden später an den Verkaufserlösen beteiligt. BP vertritt die Ansicht, dass sie sich auch an den Risiken und damit an den Kosten der Ölpest beteiligen müssten.

Dem widersprach Anadarko-Chef Hackett. Es gebe immer mehr Beweise, dass die Explosion und der Untergang der Bohrinsel sowie der Tod der elf Ölarbeiter vermeidbar gewesen wären, erklärte er. Die Katastrophe sei das Ergebnis leichtfertiger Entscheidungen und Handlungen von BP. Anadarko hätte die Dinge anders gehandhabt, aber “wir waren nicht auf der Bohrinsel und wir wurden hinsichtlich der Prozeduren und Vorgehensweisen auf der Plattform nicht konsultiert”. Anadarko habe darauf vertraut, dass der Betreiber der Ölplattform im besten Interesse der Arbeiter und der Teilhaber handele. Er sei schockiert über die jetzt bekanntgewordenen Informationen, nach denen die Arbeitsweise von BP nicht sicher gewesen sei und das Unternehmen Warnsignale ignoriert habe.

Die Aktien von Anadarko sind seit der Explosion der “Deepwater Horizon” am 20. April um 42 Prozent gefallen. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf Ramsch-Status heruntergestuft. Als Begründung nannte Moody’s die Unsicherheiten darüber, was für Kosten auf Anadarko wegen der Katastrophe zukämen.

BP hat sich auf Druck der US-Regierung bereiterklärt, einen 20 Milliarden Dollar schweren Fonds einzurichten, um Schadenersatzansprüche zu befriedigen. Der angeschlagene Konzern will einem Fernsehbericht zufolge mit einer Anleihe fünf Milliarden Dollar einsammeln. Die Zinsen für die ungesicherte Schuldverschreibung könnten zwischen acht und zehn Prozent betragen, berichtete CNBC am Freitag. Zudem setzt der Konzern auch auf die Hilfe von Banken. Einem führenden Banker zufolge bemüht sich der Energieriese bei sieben Instituten um sieben Milliarden Dollar an Krediten.

BP hatte Anfang des Monats vor Investoren erklärt, über Barmittel von fünf Milliarden Dollar sowie noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien über 5,25 Milliarden Dollar zu verfügen. Weitere 5,25 Milliarden Dollar seien bereits bewilligt und stünden zum Abruf bereit.

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