for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Wirtschaftsnachrichten

Saudi-Arabien springt für libysche Ölausfälle ein

A gas flame is seen in the desert near the Khurais oilfield, about 160 km (99 miles) from Riyadh, June 23, 2008. REUTERS/Ali Jarekji

Dubai (Reuters) - Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien ist Kreisen zufolge für die Öl-Lieferausfälle aus Libyen eingesprungen.

Die Saudis hätten in aller Stille ihre Produktion um 700.000 Barrel pro Tag ausgeweitet, sagte eine Person aus der Branche am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Aus Libyen fällt der Internationalen Energieagentur zufolge wegen des Aufstandes gegen Präsident Muammar Gaddafi derzeit der Export von 500.000 bis 750.000 Barrel Öl pro Tag aus. Das entspricht knapp einem Prozent des weltweiten täglichen Verbrauchs. Rohöl verteuerte sich nach den Preisexplosionen der vergangenen Tage am Freitag kaum noch und lag bei rund 111 Dollar pro Barrel für Öl der Nordsee-Sorte Brent. Am Donnerstag war der Preis mit knapp 120 Dollar auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren geklettert.

Saudi-Arabien habe seine Ölproduktion um etwa acht Prozent auf mehr als neun Millionen Barrel pro Tag (bpd) ausgeweitet, erfuhr Reuters aus den Kreisen. Das Land habe zudem noch viel Luft nach oben bei der Produktionskapazität. Saudi-Arabien hatte zuletzt mehrfach angedeutet, im Fall von Lieferausfällen etwa aus Libyen in die Bresche zu springen. Experten gehen davon aus, dass Saudi-Arabien im Notfall bis zu vier Millionen bpd zusätzlich bereitstellen könnte.

Das US-Branchenmagazin “Energy Intelligence” hatte am Donnerstagabend berichtet, Saudi-Arabien habe die Produktion ohne großes Aufsehen an der Opec vorbei erhöht. Grund dafür seien vor allem die sensiblen politischen Befindlichkeiten in der Region und die dynamischen Prozesse innerhalb der Organisation der ölproduzierenden Länder (Opec).

Der Ölpreis war allerdings auch schon vor den Unruhen in Nordafrika in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen. Grund hierfür war die anhaltende Erholung der globalen Konjunktur nach der Weltwirtschaftkrise.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up