for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up
Wirtschaftsnachrichten

Bundesbank sagt Aufschwung langes Leben voraus

Berlin (Reuters) - Der breitgefächerte Aufschwung eröffnet Deutschland glänzende Zukunftsperspektiven.

Wie die Deutsche Bundesbank am Freitag zu ihrer Halbjahresprognose mitteilte, sieht sie bei Wachstumsraten von 3,1 in diesem und 1,8 Prozent im nächsten Jahr gute Chancen auf eine “lang gezogene Expansionsphase”. Die Wirtschaft ist demnach bestens für einen Höhenflug gerüstet, da neben den Exporteuren nun auch die früher als Konsummuffel gescholtenen Verbraucher für Aufwind sorgen. Die Ausgaben der privaten Haushalte legten zu und der Anstieg der Löhne bleibe im “stabilitätsgerechten Rahmen”, teilte die Bundesbank weiter mit. Hinzu kommt, dass der einst als Achillesferse der Wirtschaft geltende Arbeitsmarkt wieder ausländische Arbeitnehmer anlockt.

Die Notenbank ist mit ihrer Wachstumsschätzung für 2011 noch optimistischer als die Bundesregierung, die in ihrer offiziellen Prognose von 2,6 Prozent ausgeht. Allerdings hielt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zuletzt auch ein Drei vor dem Komma für möglich. Bereits 2010 hatte die deutsche Wirtschaft diese Marke mit 3,6 Prozent Wachstum klar überschritten und so kräftig zugelegt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Nächstes Jahr wird das BIP nach der Prognose der Notenbank zwar nur noch halb so stark zulegen wie 2010. Allerdings wird es die Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank schaffen, sich von der Exportlastigkeit früherer Jahre etwas zu lösen: “In scharfem Kontrast zur Aufschwungperiode der vergangenen Dekade dürfte der Binnenwirtschaft dank der verbesserten Gesamtkonstitution der deutschen Wirtschaft eine wesentlich größere Bedeutung zukommen.”

Bereits jetzt profitierten die privaten Konsumausgaben von der außerordentlich vorteilhaften Arbeitsmarktentwicklung. Auch in Wohnbauten sei bei weitem mehr investiert worden als erwartet. Nicht nur die Aufwärtstendenz beim Bau von Einfamilienhäusern, sondern auch der anziehende Bau von mehrgeschossigen Immobilien zeugten davon. “Treibende Kräfte hinter dieser Entwicklung dürften neben der positiven Ertrags- und Einkommenstendenz und den günstigen Finanzierungskonditionen vor allem optimistische Erwartungen sein.”

ENERGIEPREISE BELASTEN PORTEMONNAIES DER VERBRAUCHER

Die Teuerung werde in der Bundesrepublik dieses Jahr mit 2,5 Prozent voraussichtlich klar über der Stabilitätsmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent liegen, teilte die Bundesbank mit. Diese Belastung spüren die Bürger zunehmend in ihrem Portemonnaie, so dass die Bäume beim Konsum nicht in den Himmel wachsen: “Die Budgets der Verbraucher werden im laufenden Jahr vor allem durch die deutlich gestiegenen Energiepreise belastet.” Die privaten Konsumausgaben werden nach Ansicht der Bundesbank dennoch 2011 um 1,6 Prozent zulegen und nächstes Jahr dieses Tempo annähernd halten können. Auch die Lage am Arbeitsmarkt bessert sich zusehends: Die Arbeitslosenquote dürfte 2012 auf 6,5 Prozent zurückgehen, nach sieben Prozent in diesem Jahr. Nach Ansicht der Bundesbank gibt es keine Anzeichen dafür, dass die verstärkte Zuwanderung den Arbeitsmarkt negativ tangiert hat. Bereits 2010 sind per saldo fast 130.000 Menschen nach Deutschland zugewandert. Mit der Gewährung der vollen Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus vielen osteuropäischen Staaten könnten sich laut Bundesbank die Wanderungsströme nochmals spürbar verstärken.

for-phone-onlyfor-tablet-portrait-upfor-tablet-landscape-upfor-desktop-upfor-wide-desktop-up