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Weltnachrichten

Russland weiter für Syrien-Konferenz statt Sanktionen

Beirut/Moskau (Reuters) - Nach den jüngsten Berichten über neue Gräueltaten in Syrien hat Russland seine Forderung nach einer internationalen Konferenz bekräftigt.

Dies sei sinnvoller als mit Sanktionen oder Gewaltandrohungen den Druck noch weiter zu erhöhen, sagte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow am Samstag der Nachrichtenagentur Interfax. Vielmehr sollten auf einer Syrien-Konferenz jene Länder miteinander beraten, die Einfluss auf Präsident Baschar al-Assad oder seine Gegner haben, sagte Gatilow. Die bereits am Mittwoch lancierte Initiative ist vor allem bei den USA wegen einer Teilnahme des Iran umstritten. Während die Weltmächte um einen Ausweg aus der Krise in Syrien rangen, hielt dort die Gewalt weiter an. Beim Beschuss von Deera starben 17 Menschen.

Zwangsmaßnahmen würden keinen Frieden schaffen, sondern die ohnehin schwierige Lage noch verschärfen, sagte der Vize des Moskauer Außenministeriums weiter. Sein Chef, Außenminister Sergej Lawrow sollte noch am Samstag auf einer Pressekonferenz die von ihm zunächst vorgestellten Pläne für eine internationale Syrien-Konferenz erörtern. Gatilow betonte, der Iran habe das volle Recht auf Teilnahme an einem solchen Treffen. Mit seinem Einfluss in Syrien könne das Land eine konstruktive Rolle bei der Suche nach einer Lösung der Krise spielen. Die russische Initiative unterscheide sich kaum von dem Vorschlag des internationalen Syrien-Gesandten Kofi Annan einer Kontaktgruppe, an der der Iran ebenfalls beteiligt werden solle.

US-Außenministerin Hillary Clinton lehnt eine Teilnahme Irans kategorisch ab. Es sei kaum vorstellbar, ein Land einzuladen, das Assad bei den Angriffen auf sein eigenes Volk unterstützt, sagte sie am Mittwoch. Die Regierung in Teheran weist entsprechende Vorwürfe der US-Regierung zurück. Die UN-Vetomächte Russland und China haben bereits zwei Mal im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) Resolutionen gegen Syrien zu Fall gebracht. Das traditionell mit der Assad-Regierung verbündete Russland betont, dass beide Seiten des Konflikts für die Gewalt verantwortlich gemacht werden und eine Lösung innerhalb des Landes gefunden werden müsse.

Experten zufolge ringt Russland auch um seinen Einfluss im Nahen Osten, der vor allem in Syrien fest verankert ist. Bei dem seit 15 Monaten anhaltenden Konflikt haben Assads Sicherheitskräfte nach UN-Schätzungen mindestens 10.000 Menschen getötet. Die Regierung in Damaskus geht davon aus, dass aus den Reihen ihrer Kräfte mehr als 2600 Menschen getötet wurden.

Der Aufstand hatte seinen Anfang in Deera genommen, die in der Nacht zum Samstag abermals zum Schauplatz von Gewalt wurde. Beim Beschuss der südsyrischen Stadt wurden der Opposition zufolge 17 Menschen getötet. Im Anschluss sei es zu Kämpfen zwischen der Armee und Rebellen gekommen, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte mit. Auch in der Hauptstadt Damaskus habe es in der Nacht Explosionen gegeben, berichtete die in Großbritannien ansässige Stelle, die sich auf ein Netz von Beobachtern in Syrien stützt. Zuvor hätten sich Rebellen und Sicherheitskräfte in der Stadt schwere Gefechte geliefert. Die Hauptstraße von Damaskus nach Deraa sei durch brennende Autoreifen blockiert.

Am Freitag seien im ganzen Land insgesamt 44 Zivilisten getötet worden, die Hälfte in der Provinz Homs und in Damaskus, erklärte die Beobachterstelle. In den Provinzen Idlib, Damaskus, Deir al-Sor, Homs und Deraa seien auch 25 Soldaten ums Leben gekommen.

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