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Unternehmensnachrichten

Investor Icahn legt sich mit eBay an -Streit um PayPal

New York (Reuters) - Erst Dell, dann Apple, nun EBay: Der umtriebige US-Investor Carl Icahn legt sich in kurzer Zeit mit dem dritten großen Technologie-Konzern an.

An eBay logo is projected onto white boxes in this illustration picture taken in Warsaw, January 21, 2014. eBay the world's second largest Internet retailer expected to post a 16% profit increase in its fourth quarter January 22, 2014. Picture taken January 21. REUTEwhite RS/Kacper Pempel (POLAND - Tags: BUSINESS) - RTX17PIW

Der 77-Jährige verlangt von der Online-Handelsplattform, den rasant wachsenden Bezahldienst PayPal abzuspalten. Unabhängig vom restlichen Konzern soll PayPal schlagkräftiger werden und noch mehr Internet-Händler als Kunden anlocken. Um Druck ausüben zu können, stieg Icahn selbst bei eBay ein und hält nun 0,8 Prozent der Anteile. Der US-Konzern, der zuletzt mit einem starken Weihnachtsgeschäft auftrumpfte, will allerdings an der Tochter festhalten, deren Marktwert auf rund 35 Milliarden Dollar geschätzt wird. Icahn - neben Warren Buffett und Daniel Loeb weltweit einer der bekanntesten Investoren - untermauert seine Forderungen stets mit viel Getöse und löst in den Unternehmen damit großen Wirbel aus. Von Apple fordert er derzeit öffentlichkeitswirksam, die Aktionäre stärker am Gewinn zu beteiligen.

Die eBay-Anleger feierten den Vorstoß von Icahn sowie die starken Quartalszahlen. Im Frankfurter Geschäft stiegen die Aktien am Freitag zwischenzeitlich um fast sieben Prozent. Nachbörslich waren es am Donnerstag an der Wall Street sogar zwölf Prozent gewesen.

“Ich erwarte eine Schlacht”, sagte Analyst Colin Gillis vom Investmenthaus BGC Partners. Und eBay-Chef John Donahoe versuchte bereits unmissverständlich klar zu machen, dass eine Abspaltung des vor fast zwölf Jahren für 1,5 Milliarden Dollar erworbenen PayPal-Dienstes nicht in Frage kommt: “Erstens, eBay beschleunigt PayPals Erfolg. Zweitens, eBay-Daten machen PayPal schlauer. Und drittens finanziert eBay PayPals Wachstum.” Icahn und Donahoe sollen sich darüber persönlich schon unterhalten haben.

PAYPAL TRÄGT 40 PROZENT ZUM EBAY-UMSATZ BEI

eBay kommt wie dem Konkurrenten Amazon zu Gute, dass immer mehr Menschen weltweit im Netz einkaufen. Da PayPal auch bei anderen Online-Händlern längst etabliert ist, verdient der Anbieter an jeder Transaktion über eine Gebühr mit. Im vierten Quartal stieg die Anzahl der aktiven Kundenkonten im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 143 Millionen. Der Umsatz legte um 19 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu. Der Gesamtkonzern erlöste 4,5 Milliarden Dollar - ein Plus von knapp 14 Prozent.

In den vergangenen Jahren hat sich PayPal immer stärker zum Motor für eBays Erfolg entwickelt. Trotz der boomenden Tochter konnte der Konzern, der 1995 als kleines Auktionshaus begann, zuletzt nicht ganz mit dem Wachstumstempo von Amazon mithalten. Beide Unternehmen setzen verstärkt auf Konsumenten, die mobil mit ihrem Smartphone oder Tablet einkaufen. eBays Gewinn lag im Schlussquartal 2013 bei 850 Millionen Dollar - ein Plus von 13 Prozent.

ICAHN ZIEHT AUCH BEI APPLE DAUMENSCHRAUBEN AN

Icahn kauft immer wieder Anteile von Firmen und setzt das Management dann unter Druck. Bei Apple fordert er etwa einen zusätzlichen Aktienrückkauf im Volumen von 50 Milliarden Dollar. Derzeit schüttet Apple bereits 100 Milliarden Dollar an seine Aktionäre aus. Erst am Mittwoch kaufte der Investor 500 Millionen zusätzliche Apple-Aktien. Er hat nun bereits drei Milliarden Dollar in den iPhone- und iPad-Hersteller investiert - hält damit aber immer noch weniger als ein Prozent. Gewonnen hat Icahn trotzdem schon - seit Bekanntwerden seines Einstiegs im August hat die Apple-Aktie 17 Prozent zugelegt. Ende der Woche will sich Icahn in einem Brief zu den Hintergründen für die erneute Aktien-Aufstockung äußern.

Im vergangenen Jahr versuchte der Geschäftsmann zudem, die Übernahme des PC-Herstellers Dell durch dessen Gründer Michael Dell und den Finanzinvestor Silver Lake zu verhindern - allerdings vergeblich. Er erreichte aber zumindest, dass die ursprüngliche Offerte an die Dell-Aktionäre aufgestockt wurde. Als besonders erfolgreich gilt Icahns Beteiligung an der Online-Videothek Netflix, die er im Oktober mit einem Gewinnplus von 457 Prozent zum größten Teil wieder abstieß.

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