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Unternehmensnachrichten

Cromme: SEC hält Siemens für größten Korruptionsfall überhaupt

Frankfurt (Reuters) - Die US-Börsenaufsicht SEC hält die Schmiergeldaffäre beim Münchener Technologiekonzern Siemens nach dem Eindruck von dessen Aufsichtsratschef Gerhard Cromme für beispiellos.

“Für die SEC selbst ist Siemens der größte Korruptionsfall in der Geschichte”, sagte Cromme der Zeitung “Welt am Sonntag”. Er hoffe aber, dass die Behörde das Bemühen und die Konsequenz von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Aufklärung bei der Strafzumessung honorieren werde. Er gehe nicht davon aus, dass die Strafen Siemens in Schieflage bringen könnten.

Die SEC hat in der Vergangenheit gegen andere Firmen Strafen verhängt, die ein Mehrfaches der Bestechungssummen ausmachten. Bei Siemens werden derzeit intern verdächtige Zahlungen von 1,3 Milliarden Euro untersucht. Einem Bericht der “WirtschaftsWoche” zufolge halten Mitglieder des Aufsichtsrats inzwischen eine Strafe von bis zu vier Milliarden Euro für möglich. Eine Quelle dafür nannte das Magazin nicht.

Cromme will dem Siemens-Aufsichtsrat am Montag empfehlen, alle im Geschäftsjahr 2006/07 amtierenden Vorstände sowie seinen Vorgänger als Aufsichtsratschef, den langjährigen Vorstandschef Heinrich von Pierer, zunächst nicht von den Aktionären entlasten zu lassen. Das beträfe unter anderem den amtierenden Finanzchef Joe Kaeser. Die Hauptversammlung findet am Donnerstag statt.

Die US-Anwaltskanzlei Devevoise & Plimpton, die die Affäre intern untersucht, hatte in einem Brief erklärt, Mitarbeiter hätten auch aktive Vorstände belastet. Namen nannte sie nicht. Cromme sagte der “Welt am Sonntag”, er hoffe, im Frühjahr ein ausführliches Dossier der Anwälte zu erhalten. “Dann sollten wir (...) einen vollständigeren Überblick haben, wer wann was wusste und verantwortlich war”.

Der Aufsichtsratschef, der seit Jahren dem Prüfungsausschuss des Gremiums angehörte, warf dem früheren Siemens-Vorstand vor, Schmiergeldzahlungen heruntergespielt zu haben: “Es wurde immer nur von Einzelfällen berichtet, denen der Vorstand bereits nachgegangen sei und die er dann auch abgestellt habe.” Erst im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass das unrichtig gewesen sei. “Es steckte System hinter dem Netz der Korruptionszahlungen”, sagte der frühere ThyssenKrupp- Chef.

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