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Unternehmensnachrichten

Preiskampf und Pilotenstreik ziehen Lufthansa nach unten

The tail wing of a Lufthansa airplane is seen as it approaches to land, during strike action by Lufthansa pilots at Fraport airport in Frankfurt April 3, 2014. Lufthansa pilots were on strike for a second day on Thursday, grounding Germany's largest airline in a row over retirement conditions. The pilots announced a three-day stoppage earlier this week, leading Lufthansa to cancel 3,800 flights, or around nine out of ten flights planned for the period. REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT TRANSPORT)

Frankfurt (Reuters) - Die harte Konkurrenz am Himmel und teure Auseinandersetzungen mit den eigenen Angestellten lasten auf der Quartalsbilanz der Lufthansa.

Der operative Gewinn sei im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 359 Millionen Euro gefallen, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag mit. “Wir sind nicht glücklich mit dem zweiten Quartal”, sagte Finanzchefin Simone Menne. Anleger ergriffen daraufhin die Flucht: Die Dax-Papiere brachen um mehr als sechs Prozent ein.

“Die Zahlen zeigen abermals, wie anfällig die Lufthansa auf ihren Kurz- und Mittelstrecken für Konkurrenz von Billigfluglinien ist, während die Deutschen bei internationalen Zielen von Golf-Airlines in die Zange genommen werden”, sagte Branchenexpertin Nadejda Popova von der Marktforschungsfirma Euromonitor. Die Lufthansa hat sich unter dem neuen Chef Carsten Spohr eine Strategie zurechtgelegt, um der Doppel-Bedrohung zu begegnen und setzt künftig verstärkt auf Günstig-Ableger. “Wir haben Kunden und ein Preissegment im Auge, das wir bislang nicht erreicht haben”, sagte Menne. Um etwa Gäste von Easyjet zu sich zu lotsen, bringt die Lufthansa in Europa neben der bereits etablierten Germanwings mit Eurowings noch einen zweiten Low-Cost-Anbieter an den Start - mit 20 Prozent niedrigeren Kosten im Vergleich zum ersten Billigableger. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft Air France-KLM hatte jüngst Ähnliches angekündigt. Auch auf der Langstrecke plant die Lufthansa eine neue Günstig-Plattform - nach derzeitigem Stand mit Turkish Airlines als Partner.

Die Billig-Konkurrenten haben selbst große Pläne. Easyjet eröffnete eine Basis in Hamburg und ist bei gut zahlenden Geschäftsreisenden zunehmend erfolgreich. Und Günstig-Branchenprimus Ryanair hat massenweise neue Flugzeuge bestellt und will das Ticketangebot im Winter um acht Prozent hochfahren. Zum Vergleich: Die Kranich-Linie peilt eine Erweiterung der Kapazitäten im gleichen Zeitraum um zwei Prozent an - nur noch halb so schnell wie bislang geplant. Der Dax-Konzern mit knapp 120.000 Mitarbeitern hält trotz der zahlreichen Projekte an den Geschäftserwartungen fest: Dieses Jahr wird ein Betriebsergebnis von einer Milliarde Euro erwartet, für 2015 werden zwei Milliarden Euro angepeilt.

VIENNA CALLING

Im zweiten Quartal ächzte die deutsche Traditions-Airline unter Sonderbelastungen und sinkenden Ticketerlösen auf einigen Strecken. Im Passagier- und im Frachtgeschäft hätten Überkapazitäten, insbesondere auf Amerika-, Europa- und zuletzt auch auf Asien-Pazifik-Strecken, zu Preisrückgängen geführt. Nach einem Rückgang der Buchungszahlen als Folge des Ausstands hätten sich die Ticketverkäufe mittlerweile wieder normalisiert, sagte Menne. Die Lufthansa müsse nun in der reisestarken Sommersaison Boden gutmachen. Klarheit werde das Unternehmen im September haben. “Dann wird sich zeigen, ob die hochwertigen Buchungen zurückgekehrt sind.”

Zudem haben in dem Zeitraum Wertberichtigungen auf ausstehende Geldforderungen in Venezuela sowie der Streik der Piloten im April das Ergebnis mit jeweils 60 Millionen Euro belastet. Auch Dauer-Sanierungsfall Austrian Airlines rückte wieder in den Fokus - bei den Österreichern mussten für Rechtsstreitigkeiten Millionen auf die hohe Kante gelegt werden. Austrian gehört komplett der Lufthansa.

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