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Unternehmensnachrichten

Vodafone mit Umsatzplus - Deutsches Geschäft unter Druck

Frankfurt/London (Reuters) - Der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone hat im abgelaufenen Quartal in Schwellenländern stark zugelegt und damit seine Wachstumsprobleme in Europa gut weggesteckt.

Besonders schwach lief das Geschäft in Deutschland, wo behördlich angeordnete Preissenkungen den Umsatz im Weihnachtsquartal sogar verringerten. Während der Konzern weltweit ein Umsatzplus von 16 Prozent auf 9,2 Milliarden Pfund (12,3 Milliarden Euro) verbuchte, schrumpften die Erlöse mit Sprach- und Datendiensten in Deutschland trotz wachsender Kundenzahl um mehr als fünf Prozent auf 1,79 Milliarden Euro.

Deutsche und europäische Regulierungsbehörden hatten Gebühren für Gespräche in fremde Mobilfunknetze (Terminierungsentgelte) und für Telefonate im Ausland (Roaminggebühren) gesenkt. Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen erwartet einem Sprecher zufolge dennoch “in absehbarer Zeit wieder ein Umsatzplus”.

Die Kundenzahl in Deutschland stieg von Oktober bis Dezember um 1,38 Millionen auf 33,9 Millionen. Dazu trug auch das gemeinsam mit dem Axel-Springer-Verlag gestartete Angebot “Bildmobil” bei. Der deutsche Marktführer T-Mobile hatte Ende Dezember knapp 36 Millionen Nutzer. Weltweit war Vodafone mit 252 Millionen Kunden ebenfalls die Nummer zwei - nach dem in Hongkong börsennotierten Anbieter China Mobile, der zur gleichen Zeit 369 Millionen Nutzer zählte.

Vodafone wuchs international vor allem dank Zukäufen in Indien und der Türkei. Ohne neue Beteiligungen - also organisch - legten die Erlöse um 4,4 Prozent zu. In Osteuropa, Nahost, Afrika und der asiatisch-pazifischen Region belief sich das organische Umsatzwachstum auf knapp 14 Prozent. In seinem europäischen Kernmarkt verzeichnete der Konzern lediglich einen Zuwachs von zwei Prozent. Hier wuchs das Geschäft unter anderem dank steigender Erlöse mit mobilen Datendiensten, die um mehr als 41 Prozent in die Höhe schnellten.

STARKER EURO GUT FÜRS GESCHÄFT

Der britische Konzern bekräftigte seine im November angehobene Prognose für das Gesamtjahr, könnte nach eigener Einschätzung jedoch vom starken Euro zusätzlich profitieren. Grundlage für den bisherigen Ausblick ist nach Aussagen von Analysten ein Kurs von 1,45 Euro je Pfund. Nach dem aktuellen Kurs muss der britische Konzern jedoch lediglich 1,34 Euro einnehmen, um ein Pfund zu verdienen. Für das im März auslaufende Geschäftsjahr 2007/08 strebt der Konzern einen Umsatz von bis zu 35,1 Milliarden Pfund und ein bereinigtes operatives Ergebnis von bis zu 9,9 Milliarden Pfund an. Die Vodafone-Aktie verlor bis zum Spätnachmittag 1,7 Prozent.

Angesichts der Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in den USA und weltweit bekräftigte Konzernchef Arun Sarin, Vodafone könne auch eine Rezession gut verkraften. “Wir haben sehr starke Ergebnisse in den USA, und die USA werden voraussichtlich - wie üblich - den Weg für die Weltwirtschaft vorgeben”, sagte Sarin.

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