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Weltnachrichten

Arzt über Trumps Ausfahrt - "Die Verantwortungslosigkeit ist erstaunlich"

U.S. President Donald Trump waves to supporters as he briefly rides by in the presidential motorcade in front of Walter Reed National Military Medical Center, where he is being treated for coronavirus disease (COVID-19) in Bethesda, Maryland, U.S. October 4, 2020. REUTERS/Cheriss May

Washington (Reuters) - Die kurze Ausfahrt des mit dem Coronavirus infizierten US-Präsidenten Donald Trump stößt bei Ärzten und US-Senatoren auf scharfe Kritik.

“Jede einzelne Person im Fahrzeug muss während dieses völlig unnötigen Vorbeifahrens des Präsidenten für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden”, sagte Dr. James Phillips, behandelnder Arzt im Walter Reed Militärkrankenhaus, in dem Trump wegen seiner Coronavirus-Infektion stationär aufgenommen ist. “Sie könnten krank werden. Sie könnten sterben. Wegen politischem Theater.” Die Verantwortungslosigkeit sei erstaunlich. Trump war am Sonntagabend mit einer Maske auf dem Rücksitz eines schwarzen SUV zu sehen, wie er seinen Anhängern zuwinkte. Auf den Vordersitzen des Fahrzeugs saßen zwei Personen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, beschrieb die Autokolonne als “kurze und kurzfristig geplante Fahrt, um seine Anhängern zu grüßen”. Trump sei danach schnell in seine Krankenhaussuite zurückgekehrt. Der demokratische Senator Brian Schatz beschuldigt Trump, seine eigenen Sicherheitsleute zu gefährden: “Sie sind sich des mit dem Job verbundenen Risikos bewusst, aber das Risiko sollte nicht der zu schützenden Person ausgehen.” Deere erklärte, vor der Fahrt seien “angemessene Vorkehrungen getroffen worden”, um den Präsidenten und die ihn unterstützenden Personen zu schützen. “Die Fahrt wurde vom medizinischen Team als sicher bewertet”, sagte er. Patienten, die positiv auf das Virus testen, werden im Allgemeinen 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt. Dies ist die typische Inkubationszeit für das Coronavirus, um eine Infektion anderer zu vermeiden.

Zuvor hatte Trump in einem Video auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eingeräumt, dass ihn seine Ansteckung eine Menge gelehrt habe. Er sei “wirklich zur Schule gegangen” und verstehe es nun. Der außenpolitische Berater der Wahlkampagne des Trump Herausforderers Joe Biden, Tony Blinken, entgegnete ebenfalls auf Twitter, dass Trumps späte Erkenntnisse über Covid-19 “niederschmetternd” seien. “Vor 200.000 Toten wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, nicht erst, als es Sie betraf. Wir alle wünschen Ihnen alles Gute, aber wir wünschten uns auch, dass Sie Ihren Job gemacht hätten. Bitte tun Sie es jetzt”, schrieb Blinken. Trump hatte in der Nacht auf Freitag einen positiven Corona-Test bekanntgegeben und wurde im Laufe des Tages in die Militärklinik verlegt.

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