January 30, 2011 / 3:00 PM / 9 years ago

Islamistenführer kehrt aus 22-jährigem Exil nach Tunesien zurück

Sheikh Rachid Ghannouchi (m., winkend), Führer der islamischen Ennahda-Partei, bei seiner Ankunft nach 22-jährigem Exil in Tunis am 30. Januar 2011. REUTERS/Zoubeir Souissi

Tunis (Reuters) - Nach 22 Jahren im Exil ist der Führer der islamistischen Ennahda-Bewegung nach Tunesien zurückgekehrt.

Mit Begeisterung empfingen ihn am Sonntag Tausende Menschen am Flughafen von Tunis. “Die Muslime werden nicht aufgeben”, riefen sie. Sheikh Rachid Ghannuchi hatte seit der Verbannung durch den mittlerweile gestürzten Präsidenten Zine al-Abdine Ben Ali in 1989 in London gelebt. Islamisten waren zwar früher die stärkste Oppositionskraft in Tunesien, hatten aber bei dem jüngsten Volksaufstand keine bedeutende Rolle gespielt. Experten sagen jedoch, die Islamisten könnten sich jetzt wieder zu einer bestimmenden politischen Kraft entwickeln.

Am Tag vor seiner Rückkehr hatte Ghannuchi der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, seine Partei werde wichtig sein für die “Verankerung eines demokratischen Systems, für soziale Gerechtigkeit und ein Ende der Diskriminierung verbotener Gruppen”. Es wird erwartet, dass Ennahda an den zukünftigen Wahlen teilnehmen wird, deren Zeitpunkt von der Übergangsregierung aber noch nicht bestimmt wurde. “Wir beteiligen uns, damit wir uns von einem Ein-Partei-System zu einem Mehrparteien-System ohne Korruption und Unterdrückung entwickeln können”, sagte Ghannuchi weiter.

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