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Wirtschaftsnachrichten

Top-EZB-Notenbanker hält manche Staatsfinanzen nicht für tragfähig

FILE PHOTO: The headquarters of the European Central Bank (ECB) are pictured in Frankfurt, Germany, July 8, 2020. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Die Finanzplanungen einiger Euro-Länder können im Zuge der Corona-Krise aus Sicht von Belgiens Notenbank-Chef Pierre Wunsch nicht aufrecht erhalten werden.

“Wir werden staatliche Defizite haben, die wahrscheinlich nicht tragfähig sind”, sagte Wunsch am Donnerstag auf einer Online-Veranstaltung der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. “Geldpolitik mit sehr negativen Realzinsen, wie lang kann das andauern?”, fügte er hinzu. Die Abkehr von der Krisenpolitik wird daher aus seiner Sicht kein Spaziergang werden. “Der Ausstieg wird nicht leicht sein.”

Wunsch zufolge wurde die Krise aber bislang aber gut gemanagt. Und es gebe Zeit. “Es ist nicht so, dass wir alle diese Themen innerhalb der nächsten sechs Monate oder selbst innerhalb von zwei Jahren lösen müssen.” In ihrer Frühjahresprognose, in der allerdings noch nicht das ganze Ausmaß der Krise erfasst wurde, hatte die EU-Kommission unter anderem für Italien eine Schuldenstandsquote in diesem Jahr von 158,9 Prozent vorausgesagt. Für Griechenland lautete die Prognose für 2020 auf 196,4 Prozent, für Belgien auf 113,8 Prozent.

Viele Länder hatten umfangreiche Programme aufgelegt, um ihre von Krise gebeutelten Volkswirtschaften zu unterstützen. Die EU-Staaten hatten sich im Juli geeinigt, für den EU-Wiederaufbaufonds nach der Pandemie insgesamt 750 Milliarden Euro bereitzustellen - 390 Milliarden Euro als direkte Zuschüsse und 360 Milliarden Euro als Kredite. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte bereits kurz nach Krisenbeginn massive Stützungsmaßnahmen aufgelegt. Im Juni stockte sie ihr Pandemie-Anleihenkaufprogramm PEPP um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro auf.

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