March 28, 2014 / 10:24 AM / 5 years ago

Russland wirft Westen bei UN-Resolution zur Krim Erpressung vor

A Ukrainian marine walks with his wife after a welcoming ceremony after their return from a Ukrainian military base in the Crimean port city of Feodosia, in Kiev March 27, 2014. Ukraine announced the evacuation of its troops and their families from Crimea on Monday, effectively acknowledging defeat in the face of Russian forces, who stormed one of the last remaining Ukrainian bases on the peninsula. REUTERS/Gleb Garanich (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST MILITARY) - RTR3IUNH

Moskau (Reuters) - Die Reaktion der Vereinten Nationen auf das Krim-Referendum ist in Russland auf heftige Kritik gestoßen.

Die Resolution, mit der die Lossagung der Halbinsel von der Ukraine für ungültig erklärt wurde, sei kontraproduktiv, erklärte das Moskauer Außenministerium am Freitag mit. Der Schritt erschwere eine Lösung der Krise in der Ukraine. Russland erhob zudem schwere Vorwürfe gegen den Westen: Dieser habe “die Propaganda-Maschine des Kalten Krieges” genutzt, um sich die Unterstützung einer Vielzahl von UN-Mitgliedern zu sichern. Der Westen habe auch vor wirtschaftlichem Druck und Erpressung anderer Länder nicht zurückgeschreckt.

Die UN-Vollversammlung hatte am Donnerstag die Lossagung der Krim von der Ukraine für ungültig erklärt. 100 Länder stimmten für die Resolution, elf dagegen. 58 Staaten enthielten sich. Einige Länder der insgesamt 193 Mitgliedstaaten nahmen an der Abstimmung nicht teil. Westliche Diplomaten hatten erklärt, Russland habe aggressive Lobbyarbeit gegen die Resolution betrieben, die keine praktischen Folgen hat. Die Zahl der Ja-Stimmen sei danach überraschend hoch ausgefallen. Die Regierung in Moskau hatte die Aufnahme der Krim nach der umstrittenen Volksabstimmung vorangetrieben.

Der gestürzte und nach Russland geflohene Präsident Viktor Janukowitsch forderte unterdessen Agenturberichten zufolge Volksabstimmungen in sämtlichen Regionen der Ukraine über deren Status innerhalb des Landes. Die Bevölkerung solle sich für diese Forderung einsetzen, sagte Janukowitsch der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge am Freitag. Er beizeichnete sich in dem Aufruf als “Präsident, der mit all seinen Gedanken und seiner Seele” bei den Ukrainern sei. Janukowitsch hatte wiederholt erklärt, dass er sich weiter als Staatschef der ehemaligen Sowjetrepublik betrachtet.

Die wirtschaftlich angeschlagene und bisher von Russland abhängige Ukraine kann sich inzwischen Hoffnungen auf diverse Hilfen aus dem Ausland machen. So billigte der US-Kongress am Donnerstag Kreditgarantien von einer Milliarde Dollar. Über die in einem Gesetzentwurf vom Senat vorgesehenen Finanzhilfen von 150 Millionen Dollar dürfte das Repräsentantenhaus in Kürze entscheiden. Der Internationale Währungsfonds hatte dem Land ein Rettungspaket im Umfang von 14 bis 18 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

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