December 30, 2019 / 6:18 AM / 20 days ago

Ukraine und pro-russische Separatisten tauschen Gefangene aus

A prisoner of war is welcomed by his acquaintance upon the arrival after he was released by Ukrainian authorities and exchanged during a captives' swap between Ukraine and the separatist republics near the Mayorsk crossing point in Donetsk region, Ukraine December 29, 2019. REUTERS/Alexander Ermochenko

Kiew/Moskau (Reuters) - Die Ukraine und pro-russische Separatisten im Osten des Landes haben am Sonntag die letzten verbliebenen Gefangenen aus ihrem 2014 ausgebrochenen Konflikt ausgetauscht.

Mit Bussen wurden sie zu einer Kontrollstelle nahe der Industriestadt Horliwka in der umkämpften Donbass-Region gebracht. Auf ukrainischer Seite seien 76 Gefangene heimgekehrt, teilte das ukrainische Präsidialamt mit. Die Zahl der Separatisten war zuvor mit 87 angegeben worden. Auf den Austausch hatten sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj vor rund drei Wochen beim Ukraine-Gipfel in Paris verständigt.

Die Truppen der Regierung in Kiew haben sich seit 2014 Kämpfe mit den Separatisten im Donezkbecken, dem Donbass, geliefert. Trotz einer vereinbarten Waffenruhe kommt es auch weiterhin vereinzelt zu Gefechten. Insgesamt wurden in dem Konflikt mehr als 13.000 Menschen getötet. Regierung und Separatisten haben bereits mehrfach Gefangene ausgetauscht. Zuletzt wurden im Dezember 2017 rund 300 Separatisten und etwa 70 Soldaten freigelassen.

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland sind angespannt. Die Ukraine und der Westen werfen der Regierung in Moskau vor, die Separatisten in der Ost-Ukraine finanziell und mit Waffen zu unterstützen, was Russland zurückweist. Zudem hat Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert, was international nicht anerkannt wird. Im April hatte Selenskyj bei der Präsidentenwahl einen Erdrutschsieg erzielt und versprochen, den Konflikt zu beenden. Für seinen Plan, dem Donbass einen Sonderstatus einzuräumen, hat der Präsident in seiner Heimat Kritik erfahren. Doch seine jüngsten Schritte sorgten auch für vorsichtigen Optimismus. So tauschten nach einer sorgsam vorbereiteten Annäherung im September Russland und die Ukraine Dutzende Gefangene aus. Unter ihnen waren ukrainische Seeleute, die Russland nach einem Zusammenstoß in den Gewässern um die Krim gefangengenommen hatte, und der in Russland inhaftierte Filmemacher Oleg Senzow.

Auch das Treffen im sogenannten Normandie-Format im Dezember in Paris, an dem neben Putin und Selenskyj der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahmen, sorgte für Zuversicht. Die vier Staaten bekräftigten dabei die Bedeutung des Abkommens von Minsk aus dem Jahr 2015, das auf einen Waffenstillstand und eine politische Lösung des Konflikt abzielt.

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