May 30, 2018 / 2:21 PM / 3 months ago

Maas fordert Aufklärung nach Mord an russischem Reporter

Berlin (Reuters) - Bundesaußenminister Heiko Maas fordert die Aufklärung des Mordes an dem kremlkritischen Journalisten Arkadi Babtschenko, der im Exil in Kiew erschossen worden war.

German Foreign Minister Heiko Maas attends a joint news conference with his Russian counterpart Sergei Lavrov following their meeting in Moscow, Russia May 10, 2018. REUTERS/Sergei Karpukhin

“Das ist wieder eine erschütternde Nachricht, die zeigt, wie sehr die Pressefreiheit international unter Druck steht”, sagte der SPD-Politiker, der selbst am Donnerstag nach Kiew reist, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) (Donnerstagausgabe). “Mit dem Tod von Arkadi Babtschenko verliert die Welt einen aufrechten Journalisten, der sich auch durch die Drohungen, die er erhielt, nicht davon abhalten ließ, kritisch und unabhängig zu berichten.” Dies werde man nicht schweigend hinnehmen. “Diese feige Tat muss jetzt aufgeklärt werden - genau wie die Fälle der 2015 und 2016 in Kiew ermordeten Journalisten Oles Busina und Pawel Scheremet.”

Wenn die Pressefreiheit bedroht sei, sei auch die Demokratie bedroht, warnte Maas. “Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass Journalisten ihrer Arbeit nachgehen können, ohne um Leib und Leben fürchten zu müssen.” Maas fliegt am Donnerstag nach Kiew. Am Freitag will er bei Mariupol die Front zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und den prorussischen Separatisten besuchen, die die Ostukraine seit 2014 kontrollieren. Gegenstand der Gespräche des Bundesaußenministers werde die Lage im Donbass und der Reformprozess in der Ukraine sein, sagte ein Sprecher der Auswärtigen Amtes. Der Westen bemängelt seit langem, dass die Regierung in Kiew zu zögerlich gegen die Korruption im Land vorgehe.

Babtschenko war am Dienstag mit mehreren Schüssen in den Rücken getötet worden. Der 41-Jährige war ein Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie des russischen Vorgehens in der Ukraine und in Syrien. Er lebte in der ukrainischen Hauptstadt, nachdem er in seiner Heimat Drohungen erhalten hatte. Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin sagte, es sei zu früh für Rückschlüsse. Das Tatmuster ähnele jedoch erstaunlich klar den Methoden, die Russland für Destabilisierungszwecke benutze. Babtschenko hatte in Tschetschenien bei der russischen Armee gekämpft. Später arbeitete er als Kriegsreporter für verschiedene russische Zeitungen. Er berichtete unter anderem über den Abschuss eines Verkehrsflugzeuges im Juli 2014 über der Ostukraine, als dessen Drahtzieher die Ermittler den russischen Staat sehen.

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