September 25, 2015 / 2:41 PM / 5 years ago

Papst - Materielle Gier droht Menschheit zu zerstören

Pope Francis addresses a plenary meeting of the United Nations Sustainable Development Summit 2015 at United Nations headquarters in Manhattan, New York, September 25, 2015. More than 150 world leaders are expected to attend the U.N. Sustainable Development Summit from September 25-27 at the United Nations in New York to formally adopt an ambitious new sustainable development agenda a press statement by the U.N. stated REUTERS/Mike Segar (UNITED STATES - Tags: POLITICS)

New York (Reuters) - Papst Franziskus hat die Staatengemeinschaft eindringlich gewarnt, dass sich die Menschheit aus materieller Gier und mangelndem Gerechtigkeitssinn selbst auslöschen könnte.

“Die ökologische Krise könnte zusammen mit der Zerstörung eines großen Teils der biologischen Vielfalt die Existenz der Spezies Mensch selbst in Gefahr bringen”, sagte der Papst am Freitag vor der UN-Vollversammlung in New York. Zugleich kritisierte er die bisherige Politik internationaler Finanzinstitutionen.

Angesichts der “unheilvollen Auswirkungen einer unverantwortlichen Zügellosigkeit der allein von Gewinn- und Machtstreben geleiteten Weltwirtschaft” müssten die Menschen rasch umdenken, mahnte der Papst und kritisierte eine um sich greifende Mentalität einer “Wegwerfkultur”. Die Welt sei heute so eng miteinander verbunden, dass sich Probleme in einem Teil der Welt auch in anderen zeigten, sagte er - ohne allerdings etwa die Flüchtlingskrise explizit zu erwähnen.

Auch die internationalen Organisationen müssten sich um mehr Gerechtigkeit bemühen. Dies gelte auch für den UN-Sicherheitsrat und die internationalen Finanzorganisationen, denen der aus Argentinien stammende Papst indirekt vorwarf, Fortschritt nicht zu fördern, sondern zu behindern. Er forderte, “alle Art von Missbrauch oder Zinswucher besonders gegenüber den Entwicklungsländern zu begrenzen”. Ohne den für seine Politik umstrittenen Internationalen Währungsfonds (IWF) namentlich zu nennen, warnte er vor einer “erstickenden Unterwerfung durch Kreditsysteme”. Das 78-jährige Oberhaupt der Katholiken warnte, dass dies “die Bevölkerung unter das Joch von Mechanismen zwinge, die zu noch größerer Armut, Ausschließung und Abhängigkeit führen”.

Ausdrücklich begrüßte der Papst dagegen, dass die UN in New York eine Agenda 2030 mit 17 Entwicklungszielen beschließen will. Dazu gehört die völlige Eliminierung von Hunger und Armut bis 2030. Franziskus mahnte jedoch Eile an. “Wir können es uns nicht leisten, ‘einige Zeitpläne’ auf die Zukunft zu verschieben. Die Zukunft verlangt von uns kritische und globale Entscheidungen im Hinblick auf die weltweiten Konflikte, die die Anzahl der Ausgeschlossenen und Bedürftigen erhöhen”, sagte er. Weltweit zeige sich aber, dass es einerseits sehr viele folgenlose “Scheinrechte” gebe und andererseits keinerlei Schutz für große Bereiche der Umwelt, aber auch der Menschheit.

Zugleich lobte der Papst die UN als unverzichtbare Organisation zum friedlichen Ausgleich von Interessen zwischen Nationen sowie das Atomabkommen mit Iran. Dieses sei ein Beweis dafür, was man mit politischem guten Willen erreichen könne. Er wünsche, dass diese Vereinbarung dauerhaft und wirkungsvoll sei. Ausdrücklich warnte er vor militärischen Interventionen etwa im Nahen Osten: “Es fehlt nicht an herben Beispielen für die negativen Folgen politischer und militärischer Interventionen, die unter den Mitgliedern der Internationalen Gemeinschaft nicht abgestimmt wurden.”

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