June 20, 2014 / 11:00 AM / 6 years ago

Mehr als 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

A Nigerien carries water at an illegal camp set up near the fruit market in Boufarik, west of Algiers, May 19, 2014. At least 34,800 people have made the treacherous crossing from North Africa to Europe so far this year, compared to 43,000 in all of 2013, according to figures from the U.N. refugee agency, UNHCR. REUTERS/Louafi Larbi (ALGERIA - Tags: SOCIETY IMMIGRATION)

Genf/Berlin (Reuters) - Kriege und Konflikte wie in Syrien oder dem Südsudan haben weltweit mehr als 50 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Dies sei die höchste Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mit. Die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder. “Wir sehen hier die enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern”, sagte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Der UN-Sicherheitsrat sei in vielen Krisen rund um den Globus regelrecht gelähmt.

Bis Ende des Jahres 2013 waren dem UNHCR zufolge 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Ein Jahr zuvor waren es noch sechs Millionen weniger. Der Anstieg sei hauptsächlich durch den Bürgerkrieg in Syrien verursacht worden. Rund drei Millionen Syrer haben ihr Heimatland infolge des seit drei Jahren anhaltenden Konflikts verlassen, im Land selbst sind rund 6,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Auch in afrikanischen Ländern wie dem Südsudan hätten Flucht und Vertreibung erheblich zugenommen, hieß es in dem UN-Bericht.

Zudem zwängen neue Krisen wie in der Ukraine, dem Irak und der Zentralafrikanischen Republik immer mehr Familien, ihre Heimat zu verlassen, sagte Guterres weiter. Die meisten Flüchtlinge stammen dem UNHCR zufolge aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Zusammen stellten sie mehr als die Hälfte aller Vertriebenen weltweit. Die meisten Flüchtlinge aufgenommen hätten Pakistan, der Iran und der Libanon.

Im vergangenen Jahr hätten weltweit 1,1 Millionen Menschen einen Asylantrag gestellt, teilte das Flüchtlingshilfswerk weiter mit. Die meisten Anträge seien in Deutschland gezählt worden. Immer mehr Gesuche auf Asyl würden dabei von Kindern und Jugendlichen gestellt, die von ihren Eltern getrennt wurden. Das Kinderhilfswerk Unicef rief angesichts der Flüchtlingskrise dazu auf, besonders Minderjährigen Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Die Zahl der Flüchtlingskinder, die einen sicheren Zufluchtsort in Europa suchten, habe einen Höchststand erreicht. Wegen der riskanten Mittelmeerüberquerung und der Unsicherheit in den Gastländern gerieten zu zunehmend in Gefahr. Häufig würden unbegleitete Kinder auch eingesperrt, missbraucht, ausgebeutet oder auf andere Weise in ihren Rechten verletzt.

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