December 15, 2011 / 4:13 PM / 9 years ago

Ungarn legt Streit mit Banken bei

Budapest/Wien (Reuters) - Der monatelange Streit zwischen der ungarischen Regierung und den dort tätigen Banken ist beigelegt.

Beide Seiten unterzeichneten am Donnerstag ein Abkommen, das die Lastenverteilung beim Erlass von Fremdwährungskrediten regelt. Davon dürften neben ungarischen auch österreichische Banken profitieren, deren Aktien kräftig zulegten.

Vor der Wirtschaftskrise hatten viele Ungarn einen Kredit in der als sicher geltenden Schweizer Währung Franken aufgenommen. Im Zuge der Krise hat die heimische Währung Forint aber massiv an Wert verloren, wogegen der Franken deutlich zugelegt hatte. Viele Ungarn können ihre Kredite daher nicht mehr zurückzahlen.

Die Einigung sieht nun vor, dass die Banken jenen Menschen, die seit mehr als 90 Tagen ihre Fremdwährungskredite nicht bedienen können, bis Mai 2012 unter bestimmten Bedingungen ein Viertel ihrer Schulden erlassen und eine Umwandlung in einen Forint-Kredit ermöglichen.

Jene Bankkunden, die keine Zahlungsschwierigkeiten haben, können ihre Fremdwährungs-Schulden zu günstigeren Wechselkursen zurückzahlen. Die Kreditnehmer müssen dabei lediglich den Kredit begleichen, die Zinszahlungen teilen sich Banken und der ungarische Staat. “Die Einigung hat einen Zeithorizont von fünf Jahren, und die Lasten für den Staat werden 300 Milliarden Forint (977 Mio Euro) betragen, während die Belastung für den Bankensektor bei 600 Milliarden Forint (1,95 Mrd Euro) über diese fünf Jahre liegt”, sagte Ungarns Wirtschaftsminister Gyorgy Matolcsy. Bislang mussten die Banken die Lasten allein tragen. Die Regierung erhofft sich von der Maßnahme generell ein Anspringen des privaten Konsums, der die marode Wirtschaft des Landes stützen soll.

Als Teil der Abmachung erlässt Ungarn den Banken zunächst auch einen Teil der Bankensteuern. Sie sollen ab 2014 wieder an die in der EU üblichen Steuern angepasst werden.

An der Börse legten die Bank-Aktien deutlich zu. “Allein die Tatsache, dass es eine Einigung gibt, ist positiv”, sagte Raiffeisen-Analysst Levente Blaho. Die Papiere von Raiffeisen legten sieben Prozent zu, während die Aktie der Erste Group gut fünf Prozent im Plus lag. Die Anteilsscheine der ungarischen Bank OTP gewannen knapp sechs Prozent an Wert.

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