November 1, 2019 / 1:08 PM / 16 days ago

US-Arbeitsmarkt unerwartet robust

U.S. flag is seen flying with the U.S. Capitol in the background, in Washington May 8, 2015. REUTERS/Yuri Grip

Washington (Reuters) - Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Oktober unerwartet robust gezeigt.

Es entstanden 128.000 neue Stellen, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten mit nur 89.000 gerechnet. Die negativen Folgen eines längeren Streiks beim Autobauer General Motors wurden mehr als wettgemacht. Im August und im September schuf die US-Wirtschaft zudem 95.000 Jobs als zunächst gemeldet. “Das ist ein starker US-Arbeitsmarktbericht,” erklärte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensberater QC Partners. Zwar habe sich die Konjunktur auch in den USA abgeschwächt, aber die Wirtschaft wachse. “Damit bleiben die USA der Fels in der Brandung.”

Die separat ermittelte Arbeitslosenquote stieg im Oktober zwar leicht auf 3,6 Prozent. Sie liegt damit aber weiter nahezu auf dem tiefsten Stand seit einem halben Jahrhundert, das sie im September mit 3,5 Prozent markiert hatte. “Insgesamt zeigt der Trend bei der Arbeitslosigkeit weiterhin nach unten”, so Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Denn es entstünden weiter mehr Stellen als Personen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung neu auf den Arbeitsmarkt drängten. Einer Faustregel zufolge gilt ein Stellenaufbau von 100.000 im Monat als ausreichend, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten.

Die Oktober-Zahlen wurden stark von einem langen Streik bei GM beeinflusst. Der Ausstand von rund 46.000 Beschäftigten endete erst vergangenen Freitag. Streikende, die während des Umfragezeitraums keinen Lohnscheck erhalten, werden als arbeitslos gezählt. Ein Wermutstopfen bei den Zahlen ist aber die Abnahme der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe um 36.000 Stellen. “Der stärkste Beschäftigungsrückgang im verarbeitenden Sektor seit 2009 ist das einzige vermeintliche Haar in der Suppe des Berichts”, meint NordLB-Analyst Bernd Krampen.

BREMSSPUREN WOMÖGLICH BALD

Die weltgrößte Volkswirtschaft war zuletzt trotz des Handelsstreits mit China überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt nahm zwischen Juli und September mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,9 Prozent zu. Der Konsum florierte weiter und die Exporte zogen trotz des Zollstreits an. Ein Warnsignal sind aber die Investitionen der Unternehmen: Sie brachen so stark ein wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die US-Notenbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, senkte deshalb am Mittwoch ihren Leitzins zum dritten Mal in Folge auf 1,5 bis 1,75 Prozent.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, halten die guten Zahlen am Arbeitsmarkt inzwischen länger an als zu erwarten gewesen sei. Verschiedene Indikatoren legten aber nahe, dass eine Schwächetendenz bei der Nachfrage nach Arbeitskräften “in den Startlöchern steht”. Vermutlich sei daher der Oktober-Bericht richtig gut im Vergleich zu denen, die in den kommenden Monaten kommen würden.

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