November 4, 2011 / 6:54 AM / 7 years ago

AIG verkraftet Sturmschäden - Nicht aber Abschreibungen

Raindrops are seen on an AIG logo at the AIG Building in Tokyo February 27, 2009. REUTERS/Michael Caronna

New York (Reuters) - Der staatlich gestützte US-Versicherer AIG ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Abschreibungen auf die Flugzeugleasing-Tochter und das Asien-Geschäft drückten den Verlust im dritten Quartal auf 4,1 Milliarden Dollar von 2,5 Milliarden im Jahr zuvor. Die Folgen von Hurrikan “Irene” und Tropensturm “Lee” steckte das in der Finanzkrise von der Regierung aufgefangene Unternehmen dagegen relativ gut weg. Die Belastungen aus Naturkatastrophen summierten sich von Juli bis September zwar auf 574 Millionen Dollar, 372 Millionen entfielen dabei allein auf “Irene”, wie AIG am Donnerstagabend mitteilte. Dennoch hätten die Versicherungssparten, die nicht zum Verkauf stehen, noch einen Vorsteuergewinn von fast 900 Millionen Dollar erzielt.

Das ist ein gutes Zeichen für die deutschen Versicherer Allianz, Münchener Rück und Hannover Rück, die ihre Zahlen für das dritte Quartal nächste Woche vorlegen wollen. Als Trend zeichnet sich Analysten zufolge ab, dass die Belastungen aus Naturkatastrophen dieses Mal zu verschmerzen sein dürften, nachdem die ersten drei Monate des Jahres mit den Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie Überschwemmungen in Australien viele Anbieter tief in die Verlustzone gedrückt hatte. Allerdings dürften nicht wenige Versicherer mit hohen Abschreibungen auf Aktien und Staatsanleihen zu kämpfen haben.

Mit “Irene” hatte Ende August erstmals seit drei Jahren wieder ein Hurrikan die US-Küste getroffen. Die schlimmsten Befürchtungen trafen allerdings nicht ein, vor allem die Metropole New York kam halbwegs glimpflich davon. Als der Sturm im Anmarsch war, hatten erste Expertenschätzungen versicherte Schäden von über zehn Milliarden Dollar für möglich gehalten. Die Münchener Rück schätzt die versicherten Werte auf sieben Milliarden Dollar. Damit wäre “Irene” der achtteuerste Hurrikan seit 1980.

ZEHNTER MILLIARDENVERLUST IN 15 QUARTALEN

Die AIG-Ergebnisse werden immer wieder von Sonderlasten überschattet, wie auch dieses Mal. Der Konzern schrieb bei seiner Flugzeug-Leasingtochter ILFC 1,5 Milliarden Dollar auf 95 Jets ab, weil die Nachfrage sich zu moderneren Maschinen verschiebt. Eigentlich sollte es bei der Problemtochter keine Abschreibungen mehr geben. 2,3 Milliarden Dollar verlor AIG zudem durch eine Wertminderung der Restbeteiligung an der Asien-Tochter AIA, deren Mehrheit zuletzt an die Börse gebracht wurde.

Mit den jüngsten Zahlen hat der einst weltgrößte Versicherer, dem in der Finanzkrise Spekulationen mit riskanten Wertpapieren zum Verhängnis wurden, nun das zehnte Mal in den vergangenen 15 Quartalen einen Verlust von mindestens einer Milliarde Dollar verbucht. Entsprechend nüchtern fiel die Reaktion an der Börse aus: AIG-Aktien gaben nachbörslich bis zu 3,2 Prozent nach. Nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms im Volumen von einer Milliarde Dollar erholte sich der Kurs aber wieder etwas.

Die US-Regierung hatte AIG kurz nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt, um eine Kernschmelze in der Finanzbranche zu verhindern. Unter den Versicherern war AIG am stärksten betroffen. Das Rettungspaket umfasste damals 182 Milliarden Dollar. Dem Finanzministerium gehören noch rund drei Viertel an AIG. Die Beteiligung soll schrittweise bis Mitte 2012 heruntergefahren werden.

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