October 22, 2010 / 5:15 AM / 8 years ago

Hohe Expansionskosten drücken Amazon-Prognose

A box from Amazon.com is pictured on the porch of a house in Golden, Colorado July 23, 2008. REUTERS/Rick Wilking

San Francisco (Reuters) - Dem weltgrößten Internetkaufhaus Amazon kommen die ehrgeizigen Wachstumspläne teuer zu stehen.

Amazon eröffnet weltweit neue Auslieferungszentren und investiert massiv in Technik und Werbung. Diese Kosten würden auch in dem wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtigen Schlussquartal zu Buche schlagen, erklärte Amazon am Donnerstag bei Vorlage überraschend guter Geschäftszahlen für das abgelaufene dritte Quartal.

Amazon verstärkte seine Werbekampagne für das elektronische Lesegerät Kindle, das mit iPad von Apple konkurriert. Mit niedrigen Preisen versucht Amazon, Konkurrenten Marktanteile abzujagen. Dabei handele es sich nicht um eine kurzfristige Strategie, betonte Finanzchef Tom Szkutak. Amazon strebe kontinuierlich an, Produkte günstig anzubieten. Im abgelaufenen dritten Quartal fiel die operative Rendite auf den Gesamtumsatz auf 3,5 Prozent von 4,6 Prozent ein Jahr zuvor. Die operativen Kosten schossen im Berichtsquartal 40 Prozent in die Höhe.

Die Aussicht auf weiter hohe Belastungen schickte die Amazon-Aktien nachbörslich zunächst auf Talfahrt. Die Aktie gab 3,8 Prozent auf 158,76 Dollar und damit fast ihre gesamten Tagesgewinne wieder ab. Am Tag danach folgten jedoch mehrere Analysten der Amazon-Strategie, zugunsten langfristigen Wachstums kurzfristig bei der Rendite Abstriche zu machen: Unter anderem Credit Suisse erhöhte das Kursziel. Die Investitionen seien die richtige Entscheidung, sagte CS-Analyst Spencer Wang. Amazon habe interessante Perspektiven. Auch Mayuresh Masurekar von Kaufman Brothers hält die Investitionen für nötig, um das rasante Umsatzwachstum zu halten - sei es in Auslieferungszentren, Technik oder Marketing für das Lesegerät Kindle. Daneben schraubten auch Susquehanna und Jefferies das Amazon-Kursziel herauf.

Umsatz und Gewinn fielen im dritten Quartal überraschend gut aus. So steigerte Amazon seine Erlöse fast 40 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn wuchs um 16 Prozent auf 231 Millionen Dollar. Mit dem Weihnachtsgeschäft peilt Amazon im Schlussquartal Umsätze zwischen 12,0 und 13,3 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 26 bis 40 Prozent entsprechen würde. Mit einen operativen Gewinn zwischen 360 und 560 Millionen Dollar hält Amazon einen Rückgang von 24 Prozent genauso für möglich wie ein Plus von 18 Prozent. Das Unternehmen ist dafür bekannt, Ziele grob abzustecken.

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