February 2, 2018 / 5:57 AM / 4 months ago

Apple knackt mit iPhone X Rekorde - Schwacher Ausblick

San Francisco (Reuters) - Apple präsentiert sich trotz eines Gewinn- und Umsatzrekords im Weihnachtsgeschäft mit Licht und Schatten.

An iPhone X is seen on a large video screen in the new Apple Visitor Center in Cupertino, California, U.S., November 17, 2017. REUTERS/Elijah Nouvelage

Zwar erlöste der wertvollste Technologiekonzern der Welt von Oktober bis Dezember dank des neuen Luxusmodells iPhone X bisher nie erreichte 88,3 Milliarden Dollar, jedoch schürte ein Absatzminus bei dem Kassenschlager auch Zukunftssorgen. Das iPhone steht für rund 70 Prozent des Apple-Umsatzes, und der Konzern sieht sich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie er angesichts der zunehmenden Sättigung des Marktes die hohen Gewinnerwartungen erfüllen kann. Am Freitag konnte die Apple-Aktie diese Sorgen aber abschütteln. Das Papier gewann im Frankfurter Handel fast drei Prozent.

Das iPhone X, mit dem der Konzern das zehnjährige Bestehen des Apple-Smartphones zelebriert, ist teurer als jeder Vorgänger. In Deutschland kostet es mindestens 1149 Euro. Dies trieb den durchschnittlichen iPhone-Verkaufspreis auf nunmehr 796 Dollar. Analysten sehen darin eine Grundlage für weiter steigende Umsätze und Gewinne. Von Oktober zu Dezember verkaufte Apple 77,3 Millionen iPhones, damit ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und deutlich weniger als erwartet. Doch der Gewinn stieg trotzdem um rund zwölf Prozent auf den Rekordwert von 20,07 Milliarden Dollar.

WENIGER GELD HORTEN - STATTDESSEN ÜBERNAHMEN?

Ende Dezember verfügte Apple über ein Barvermögen von rund 285 Milliarden Dollar. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Marokko. Im Zuge der US-Steuerreform muss Apple auf dieses Vermögen, das sich größtenteils im Ausland befindet, eine Einmalabgabe von 38 Milliarden Dollar entrichten. Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren für diesen Fall bereits vorgesorgt und einen Betrag in dieser Höhe zur Seite gelegt. Apple hatte aber offengelassen, wie viel Geld tatsächlich in die USA zurückgeholt wird.

Abzüglich Schulden sitzt der Konzern auf 163 Milliarden Dollar in bar. Finanzchef Luca Maestri sagte im Gespräch mit Reuters, Apple wolle nun Barmittel und Verbindlichkeiten auf der Bilanz in etwa ins Gleichgewicht bringen. Ob der Konzern dies über Ausschüttungen an die Aktionäre, mehr Investitionen oder Übernahmen bewerkstelligen will, verriet er nicht. Die Pläne seien eine “angenehme Überraschung”, sagte Analyst Brian Colello vom Finanzdienstleister Morningstar. Sein Kollege Trip Miller von Gullane Capital Partners, der auch Apple-Investor ist, sagte: “In den letzten sechs Jahren hat uns das Barvermögen nichts gebracht.”

APPLE ENTTÄUSCHT MIT AUSBLICK

Besonderes Augenmerk legen Anleger traditionell bei Apple auf den Ausblick. Im zweiten Geschäftsquartal rechnet der US-Konzern mit Erlösen zwischen 60 und 62 Milliarden Dollar, was unter den Erwartungen lag, aber nicht mehr überraschte. Analysten hatten ihre Umsatzerwartungen für das laufende zweite Geschäftsquartal bereits nach unten geschraubt. Bedenken, die Geschäfte mit Apple könnten sich verschlechtern, setzten daraufhin die Aktien von Apple-Zulieferern wie Infineon, STMicroelectronics und Dialog Semiconductor unter Druck. Durch die stark verschärfte Konzentration im Handy- und Tabletsektor sind Zulieferer in der Regel stark abhängig von den größten beiden Akteuren Apple und Samsung. Der Smartphone-Marktführer Samsung Electronics verzeichnete im Weihnachtsquartal beispielsweise einen Gewinnrückgang von drei Prozent in der Handy-Sparte.

Um die Abhängigkeit vom iPhone zu reduzieren, baut der Konzern seine Dienstleistungen rund um den App- und iTunes-Store sowie den Musik-Streaming-Dienst Apple Music und das Cloud-Angebot aus. Der Umsatz in diesem Bereich legte um 18 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar zu. Künftig will das Tech-Unternehmen ähnlich wie Amazon und Netflix auch eigene Inhalte wie Fernsehserien produzieren, um weitere Kunden anzulocken. Inzwischen werden weltweit 1,3 Milliarden Produkte von Apple wie iPhones, iPads und Mac-Computer genutzt. Das seien 30 Prozent mehr als vor zwei Jahren, teilte das Unternehmen aus Cupertino mit.

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