March 6, 2020 / 1:49 PM / a month ago

US-Arbeitsmarkt trotzt Viruskrise - "Bärenstarke Zahlen"

FILE PHOTO: X model SUVs being built on the assembly line at the BMW manufacturing facility in Greer, South Carolina, U.S. November 4, 2019. REUTERS/Charles Mostoller/File Photo

Washington/Berlin (Reuters) - Trotz der heraufziehenden Viruskrise hat sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt in den USA im Februar mit unverminderter Kraft fortgesetzt.

Im vorigen Monat entstanden 273.000 neue Stellen, wie die Regierung am Freitag in ihrem Bericht mitteilte. Experten hatten nicht mit einer so hohen Zahl gerechnet, zumal es auch im Januar nach revidierten Zahlen einen Stellenaufbau in exakt derselben Höhe gegeben hatte. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel um einen Tick auf 3,5 Prozent. Dies entspricht praktisch Vollbeschäftigung. Trotz der rosigen Lage am Arbeitsmarkt gehen viele Experten davon aus, dass die Notenbank Fed den Leitzins am 18. März weiter senkt.

Volkswirtin Charlotte Heck-Parsch von der BayernLB erwartet, dass der geldpolitische Schlüsselsatz um einen halben Punkt verringert wird: “Gleichzeitig dürfte die Fed aber klarstellen, dass sie im Basisszenario davon ausgeht, dass die Corona-Epidemie nicht vollständig ausufert und deshalb keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen geplant sind.”

Die Fed hatte sich am Dienstag zu einer überraschenden Zinssenkung gezwungen gesehen. Der Schlüsselsatz wurde um einen halben Punkt auf die neue Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent gekappt. Der Schritt wurde mit den Risiken für die US-Wirtschaft begründet, die mit der Ende Februar begonnenen Ausbreitung des Coronavirus verbunden sind.

Für die Fed rückt die Ausweitung der Epidemie im Inland zusehends ins Zentrum ihrer Zinspolitik. Die Zahl der Neuinfektionen sei ein zentraler Faktor bei der nächsten Zinsentscheidung, sagte Fed-Führungsmitglied Robert Kaplan Bloomberg TV. Die sonst herangezogenen Wirtschaftsdaten seien nicht sonderlich nützlich angesichts der sich schnell ändernden Lage, sagte der Präsident des Fed-Bezirks Dallas.

LBBW-Chefökonom Uwe Burkert geht vor diesem Hintergrund davon aus, dass die Zahlen vom Arbeitsmarkt für die Fed derzeit nicht die sonst übliche Rolle spielen: “Sollte es perspektivisch nicht gelingen, die weltweite Ausbreitung unter Kontrolle zu bringen, wären auch die heutigen bärenstarken Zahlen vom Arbeitsmarkt schnell Makulatur.”

Der Arbeitsmarktbericht decke ohnehin nur die Entwicklung bis Mitte Februar ab, gibt Volkswirt Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe zu bedenken: “Beeinträchtigungen durch das Coronavirus werden wohl erst mit dem März-Bericht sichtbarer.”

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