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Wirtschaftsnachrichten

US-Jobaufbau nicht so stark wie erwartet - Kommt Anschubhilfe der Fed?

Line workers spot weld parts of the frame on the flex line at Nissan Motor Co's automobile manufacturing plant in Smyrna, Tennessee, U.S., August 23, 2018. REUTERS/William DeShazer/Files

Washington/Berlin (Reuters) - Der Jobaufbau in den USA kommt nach der Coronakrise nicht wie gewünscht in Gang und lässt die Notenbank über Anschubhilfe nachdenken.

Unter dem Strich entstanden im August in den US-Firmen nur 428.000 Jobs, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgehrt. Von Reuters befragte Experten hatten mit 950.000 gerechnet. Im Juli waren nur 212.000 Stellen aufgebaut worden.

“Der Beschäftigungszuwachs im August fällt deutlich schwächer aus als erwartet. Dies ist enttäuschend, zumal es bereits im Vormonat zu einem vergleichsweise geringen Zuwachs gekommen ist”, sagte Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Es werde noch eine lange Zeit dauern, bis von einer Art Normalzustand am Arbeitsmarkt gesprochen werden könne. Darauf weise auch die Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hin: “Hier ist der rückläufige Trend ins Stocken geraten.” Jüngst meldeten sich erneut mehr als eine Million Amerikaner in einer Woche arbeitslos. Für die am Donnerstag anstehenden Zahlen der Woche bis zum 29. August erwarten Experten zwar einen Rückgang auf 950.000. Doch für US-Verhältnisse ist dies noch immer ein sehr hoher Wert.

ZULETZ LÜCKE VON 13 MILLIONEN JOBS

In der Führungsetage der US-Notenbank mehren sich vor diesem Hintergrund die Stimmen, die weitere geldpolitische Konjunkturhilfen ins Spiel bringen. Der Chef des Notenbank-Bezirks Richmond, Tom Barkin, sagte dem “Wall Street Journal”, die Wirtschaft sei angesichts der sich verlangsamenden Erholung am Arbeitsmarkt auf nachhaltige Unterstützung angewiesen.

Fed-Direktorin Lael Brainard hatte zuvor signalisiert, dass dies die Notenbank bereits “in den kommenden Monaten” auf den Plan rufen könnte: Da die wirtschaftliche Erholung wohl noch eine Zeit lang auf Gegenwind durch die Corona-Pandemie treffen werde, müsse die Fed von Stabilisierung auf einen stärker konjunkturstimulierenden Kurs umschwenken.[nL8N2FZ0CP] Die Fed hat in der Coronakrise unter anderem zahlreiche Kreditprogramme aufgelegt und den Leitzins auf die Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gesenkt, um der Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Die Fed hatte das Ziel Vollbeschäftigung bereits erreicht, bevor in der Krise eine Entlassungswelle über das Land rollte. Trotz der im Sommer in Gang gekommenen Erholung am Jobmarkt klaffte zuletzt noch eine Lücke von rund 13 Millionen Arbeitsplätzen zum Niveau vom Februar. Am Freitag folgt der Arbeitsmarktbericht der Regierung, für den die ADP-Umfrage in der Vergangenheit eher selten verlässlichen Vorhersagecharakter hatte - auch weil sich beide methodisch unterscheiden: Im Regierungsbericht sind neben Jobs in der Privatwirtschaft auch Stellen im öffentlichen Dienst erfasst. Experten erwarten für August ein Plus von 1,4 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Zuwachs von 1,76 Millionen im Juli.

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