May 7, 2020 / 12:09 PM / 23 days ago

US-Währungshüter - Jobmarktbericht spiegelt nicht wahres Ausmaß der Krise wider

The Minneapolis Federal Reserve bank, where officials gathered to discuss how monetary policy can affect income distribution, a question the Fed is analyzing as part of a broader look at how it operates, is pictured in Minneapolis, Minnesota, U.S., April 9, 2019. Picture taken April 9, 2019. REUTERS/Howard Schneider

New York (Reuters) - Der Jobmarktbericht der US-Regierung für April wird laut einem führenden Währungshüter nicht das gesamte Ausmaß der Misere am Arbeitsmarkt in der Coronakrise abbilden.

Der Chef des Fed-Bezirks Minneapolis, Neel Kashkari, sagte dem Sender NBC am Donnerstag, bei den offiziellen Zahlen könne es auf eine Arbeitslosenquote von 17 Prozent hinauslaufen. Doch eigentlich dürfte diese bei 23 Prozent liegen: “In dem schlecht ausfallenden Bericht morgen wird der Schaden eher unterschätzt”, fügte er an. Da viele Arbeitslose nicht aktiv nach einem Job suchten, würden sie durch das Raster der Statistik fallen.

Die Commerzbank-Ökonomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz haben dazu in einer Analyse ein Beispiel zur Hand: “Wer etwa jüngst seinen Arbeitsplatz als Koch verloren hat, wird wohl nicht nach einer Stelle gesucht haben, da derzeit kaum ein Restaurant neues Personal sucht. Abgesehen davon haben die geltenden Kontaktbeschränkungen derartige Aktivitäten behindert.” Der zu erwartende dramatische Rückgang der Beschäftigung werde sich “nicht eins zu eins” in einem gleich großen Anstieg in der Statistik-Rubrik “arbeitslos” niederschlagen, erläuterten die Banken-Ökonomen.

Der Leiter des Fed-Bezirks St. Louis, James Bullard, erwartet, dass am Freitag “einer der schlechtesten Arbeitsmarktberichte” vorgelegt wird, den die USA je gesehen haben. Er hält bei der Arbeitslosenquote einen Wert von 20 Prozent oder mehr für möglich. Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einem sprunghaften Anstieg auf 16,0 Prozent von 4,4 Prozent im März aus. Zugleich beziffern sie den zu erwartenden Jobabbau im vorigen Monat auf 22 Millionen.

Notenbank-Chef Jerome Powell hatte jüngst versichert, die Fed könne die Wirtschaft so lange wie nötig über Wasser halten. Sie hat dazu unter anderem bereits ein 2,3 Billionen Dollar schweres Not-Programm aufgelegt.

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