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Weltnachrichten

US-Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit Zweitem Weltkrieg

Signage is seen on the entrance of the New York State Department of Labor offices, which closed to the public due to the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in the Brooklyn borough of New York City, U.S., March 20, 2020. REUTERS/Andrew Kelly

Washington (Reuters) - Die Viruskrise sorgt in den USA für den massivsten Jobabbau seit der Zeit der Großen Depression in den 1930er-Jahren.

Allein im April wurden 20,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft gestrichen, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote schnellte auf 14,7 Prozent von 4,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand in der Nachkriegszeit. “Das Echo der Corona-Krise wird am Arbeitsmarkt noch lange Zeit nachhallen. Gerade deshalb wird eine Wiederwahl US-Präsident Donald Trumps im November schwierig werden”, sagte der Chefökonom der VP Bank, Thomas Gitzel. Trump selbst sagte dem US-Sender Fox News, all die verlorenen Jobs würden sehr bald zurückkommen.

Die Virus-Pandemie hat dem jahrelangen Boom am US-Jobmarkt ein jähes Ende bereitet und Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. “Das in den vergangenen 20 Jahren erreichte Beschäftigungsniveau ist mit einem Schlag weggebrochen”, sagte Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. “Es wird noch dauern, bis sich die US-Wirtschaft richtig erholt.” Seit dem 21. März hatten rund 33 Millionen einen Erstantrag auf Arbeitslosengeld gestellt. Doch nimmt die Zahl der Anträge seit fünf Wochen wieder ab. Der Höhepunkt wurde in der Woche bis zum 28. März mit 6,86 Millionen erreicht.

SINNBILD FÜR DAS AUSMASS DER PANDEMIE-KRISE

Der Arbeitsmarktbericht von April werde in die Wirtschaftsgeschichte eingehen, sagte VP-Experte Gitzel. “Er versinnbildlicht das ganze Ausmaß der Pandemie.” Es stelle sich die Frage, ob Trump trotz gegenwärtiger Massenarbeitslosigkeit im November wiedergewählt werde. “Derzeit sinkt der Stern des US-Präsidenten selbst bei seinen Anhängern.”

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht mit Ausgangsbeschränkungen in weiten Teilen der USA einher. Die meisten US-Bundesstaaten haben ihre Bürger wegen der Ansteckungsgefahr aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Dennoch breitet sich das Corona-Virus rasant aus. Die USA sind weltweit mit Abstand das Land mit den meisten Infektionsfällen und Toten - bisher gab es mehr als 75.000 Covid-19-Opfer.

Der Arbeitsmarktbericht bildet laut dem US-Währungshüter Neel Kashkari jedoch nicht das gesamte Ausmaß der Misere am Arbeitsmarkt in der Coronakrise ab. Der Chef des Fed-Bezirks Minneapolis hatte dem Sender NBC jüngst gesagt, bei den offiziellen Zahlen könne es auf eine Arbeitslosenquote von 17 Prozent hinauslaufen. Doch eigentlich dürfte diese bei 23 Prozent liegen: In dem schlecht ausfallenden Bericht werde der Schaden eher unterschätzt. Da viele Arbeitslose nicht aktiv nach einem Job suchten, würden sie durch das Raster der Statistik fallen.

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