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Boom am US-Arbeitsmarkt schwächt sich etwas ab
1. September 2017 / 12:41 / in 3 Monaten

Boom am US-Arbeitsmarkt schwächt sich etwas ab

Washington (Reuters) - Der Boom am US-Arbeitsmarkt hat sich abgeschwächt und macht eine Zinserhöhung in diesem Jahr immer unwahrscheinlicher.

An advertisement for job openings is seen outside a store in Port Washington, New York September 16, 2015. REUTERS/Shannon Stapleton

Insgesamt entstanden 156.000 neue Jobs, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit 180.000 gerechnet. Im Juli hatte das Plus mit 189.000 noch weit höher gelegen. Im August stieg die separat ermittelte Arbeitslosenquote leicht auf 4,4 Prozent. Auch wenn damit faktisch weiter Vollbeschäftigung herrscht, kommt der Aufschwung nicht so stark bei den Bürgern an wie von der Notenbank erwünscht. Denn die Stundenlöhne stiegen nur minimal und lassen damit die Hoffnung der Währungshüter schwinden, dass die vergleichsweise niedrige Inflation bald anzieht. Händler erwarten mittlerweile, dass die Fed erst Mitte kommenden Jahres die Zinszügel anzieht.

Die Aussicht auf eine längerfristig lockere Geldpolitik ermuntert Anleger an der Wall Street zum Einstieg in den US-Aktienmarkt. “Die alte volkswirtschaftliche Gewissheit, dass hohe Beschäftigung zu hohen Löhnen und zu hohen Preisen führt, braucht offenbar doch länger, bis sie sich in den Daten zeigt”, sagte Oppenheim-Ökonom Martin Moryson. Führende US-Währungshüter sehen in der unerwünscht niedrigen Inflation ein Argument gegen eine baldige geldpolitische Straffung.

Die Fed hob den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent an. Sie will bis zum Jahresende nachlegen, falls die konjunkturellen Rahmenbedingungen stimmen. “Noch ist ein Schritt nach oben im Dezember drin, aber das Lohnwachstum muss hierfür einen Zahn zulegen”, meinte Thomas Gitzel von der VP Bank. Die gute Beschäftigungssituation lege schon seit längerem ein deutlicheres Lohnplus nahe.

DURCH “HARVEY” DROHT DÄMPFER

Der Stellenaufbau ist trotz der jüngsten Abschwächung weit stärker als nötig, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten: Dafür wären einer Faustregel zufolge 75.000 bis 100.000 neue Jobs pro Monat ausreichend. Die Auswirkungen des Tropensturms “Harvey”, der in Teilen von Texas schwere Schäden verursachte, wurden in dem Arbeitsmarktbericht noch nicht erfasst. Experten schließen nicht aus, dass die Naturkatastrophe im September ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen könnte. Allerdings hat sich die Fed in der Vergangenheit nicht durch wirtschaftliche Folgen schwerer Wirbelstürme von ihrem geldpolitischen Kurs abbringen lassen.

Die US-Wirtschaft läuft nach schwachem Jahresbeginn wieder rund. Zwischen April und Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 3,0 Prozent. Der größte Wachstumsschub kam im Frühjahr von den Verbrauchern, die ihre Ausgaben um 3,3 Prozent steigerten. Ihre Stimmung stieg im August, wie aus dem Barometer der Universität Michigan hervorgeht: Es legte auf 96,8 Punkte nach 93,4 Zählern im Vormonat zu.

Präsident Donald Trump will die Wirtschaft mit einer Steuerreform anschieben. Er hat angekündigt, so viele Stellen zu schaffen wie noch kein Präsident vor ihm. Doch der Staat bremste die Entwicklung am Jobmarkt im August sogar: Unter dem Strich gingen 9000 Stellen verloren, während in der Privatwirtschaft 165.000 Arbeitsplätze hinzukamen.

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