November 2, 2018 / 12:51 PM / 18 days ago

Jobmotor brummt vor US-Kongresswahl - Trump jubelt

U.S. President Donald Trump holds a campaign rally at the Columbia Regional Airport in Columbia, Missouri, U.S., November 1, 2018. REUTERS/Carlos Barria

Washington (Reuters) - Vor den Kongresswahlen boomt der US-Arbeitsmarkt und versetzt Präsident Donald Trump in Begeisterung.

“Ein weiterer großartiger Monat für US-Jobs”, twitterte der Republikaner am Freitag mit Blick auf die Arbeitsmarktdaten für Oktober. Diese wiesen 250.000 neue Stellen aus und damit weit mehr als von Ökonomen erwartet. Der Jobmarkt legt seit Monaten deutlich stärker zu als nötig wäre, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten.

Die Vollbeschäftigung macht sich zugleich immer mehr im Portemonnaie der Bürger bemerkbar: Im Oktober reichte es für sie zu einem Lohnzuwachs von 3,1 Prozent - der stärkste Anstieg seit neuneinhalb Jahren. An den Finanzmärkten verstärkte sich die Erwartung, dass die von Trump als “verrückt” titulierte Notenbank Fed im Dezember die Zinsen das nächste Mal erhöhen wird und dann wahrscheinlich im März 2019 nachlegt.

“Die Fed dürfte wegen der Kombination aus kräftigem Wachstum, Vollbeschäftigung und steigenden Löhnen weiteres Potenzial für Zinsanhebungen sehen”, sagte Commerzbank-Experte Christoph Balz. Vollbeschäftigung ist neben stabilen Preisen das erklärte Ziel der US-Notenbank. Diese hatte Ende September den Leitzins bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben - auf die neue Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent. Am Donnerstag und damit zwei Tage nach der mit Spannung erwarteten Kongresswahl entscheidet sie erneut über die Zinsen, dürfte nach Ansicht vieler Experten aber zunächst stillhalten.

MUSS DIE FED MEHR MACHEN?

Trump, der 2020 wieder antreten möchte, steht bei seinen Wählern im Wort, der “größte Job produzierende Präsident” zu werden, “den Gott je geschaffen hat”. Allerdings brummte der Arbeitsmarkt bereits unter seinem Vorgänger Barack Obama. Bei den Kongresswahlen steht für Trump und seine Republikaner viel auf dem Spiel. In Washington könnten sich die Machtverhältnisse erheblich zu Ungunsten des Präsidenten drehen, sollten die oppositionellen Demokraten in Senat und Abgeordnetenhaus die Mehrheit erringen.

Falls Trumps Partei sich aber behaupten sollte, könnte die Fed laut Ökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank stärkere Zinserhöhungen ins Auge fassen: “Sollten die Republikaner etwa wider Erwarten in beiden Kammern eine Mehrheit behalten, dürfte Donald Trump mit einer Steuerreform 2.0 auf Wählerfang gehen. Die Fed müsste in diesem Fall ihren Kurs der lediglich moderaten Zinserhöhungen auf den Prüfstand stellen.”

Der bekennende Nationalist im Weißen Haus hat der rund laufenden Konjunktur mit seinem Steuersenkungspaket im Volumen von 1,5 Billionen Dollar einen zusätzlichen Schub verliehen. Trump möchte den Aufschwung als sein Werk gewertet wissen. Er hat die unabhängige Notenbank mit Kritik überzogen, da er die Zinserhöhungen als gefährlich für die Konjunktur ansieht. Die Währungshüter wollen aber auf jeden Fall verhindern, dass die Wirtschaft überhitzt.

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