August 6, 2013 / 11:24 AM / 6 years ago

Fed-Banker favorisiert Außenseiter für Bernanke-Nachfolge

Portland (Reuters) - In der Debatte um die Nachfolge von US-Notenbankchef Ben Bernanke hat ein ranghoher Geldpolitiker Außenseiter ins Spiel gebracht.

Der Präsident der Fed von Dallas, Richard Fisher, sagte in der Nacht zum Dienstag (MESZ), es gebe mehr geeignete Kandidaten als bislang in den Medien genannt würden. Dabei erwähnte Fisher ausdrücklich die früheren Fed-Vizechefs Don Kohn und Roger Ferguson, die bislang in der Nachfolgedebatte unter ferner liefen gehandelt werden. Es wäre ihm “eine Ehre”, unter einem von ihnen zu dienen, betonte Fisher. Zuletzt wurden immer wieder Fed-Vizechefin Janet Yellen und Ex-Finanzminister Lawrence Summers als heiße Favoriten genannt.

Fisher sagte, eine Persönlichkeit mit großer Bescheidenheit sei eher geeignet als eine “Primadonna”. Diese Bemerkung könnte als Seitenhieb auf Summers gedacht sein, dem trotz seiner intellektuellen Brillanz der Ruf vorauseilt, einen schwierigen Charakter zu haben. Yellen gilt als ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin und wäre die erste Frau an der Spitze der Fed in der fast hundertjährigen Geschichte der Notenbank. Der Bernanke-Stellvertreterin wird jedoch kein enger Draht zum Weißen Haus nachgesagt. Falls allerdings der Fed-Veteran Kohn, der nach Jahrzehnten in der Notenbank 2010 die einflussreiche Institution verließ, auf den Bernanke-Posten aufrücken würde, wäre dies eine faustdicke Überraschung. Dies gilt auch für den Geldpolitik-Experten Ferguson, der als erster Afro-Amerikaner die Fed führen könnte.

“LANGE KANDIDATENLISTE”

Das letzte Wort in der Nachfolgefrage hat US-Präsident Barack Obama. Der wird einem Sprecher zufolge frühestens im Herbst darüber entscheiden. Vor Senatoren seiner Demokratischen Partei sagte Obama Ende Juli nach Angaben von Fraktionschef Harry Reid, er habe eine lange Kandidatenliste. Zudem hatte Obama erklärt, er halte Summers für einen “sehr fähigen Mann”. Kritiker werfen Summers hingegen unter anderem einen häufig ruppigen Arbeitsstil vor, der nicht zu dem auf Konsens ausgerichteten Klima in der Notenbank passe.

Es gilt als wahrscheinlich, dass der von Obamas Vorgänger George W. Bush ernannte Bernanke mit regulärem Ablauf seiner zweiten Amtszeit am 31. Januar 2014 den Fed-Chefsessel räumt. Bernanke hatte das Amt vom legendären Alan Greenspan übernommen, der die Notenbank fast 20 Jahre führte. Bernanke hatte die Notenbank durch die schwerste Finanzkrise seit den 30-er Jahren gesteuert und dabei die Bilanz der Fed durch massive Geldspritzen zum Ankurbeln der Konjunktur aufgebläht. Die Erholungstendenzen in der Wirtschaft und insbesondere am Arbeitsmarkt lassen der Fed nun voraussichtlich bald Spielraum, den Fuß geldpolitisch vom Gas zu nehmen. Fisher sprach sich dafür aus, die Ankäufe von Wertpapieren im Volumen von monatlich 85 Milliarden Dollar im September zurückzufahren. Auch die Hälfte der von Reuters befragten Händler, die direkt mit der Notenbank Geschäfte machen, rechnen mit diesem Schritt.

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