September 14, 2009 / 3:54 PM / 10 years ago

Bin Laden droht USA wegen ihres Bündnisses mit Israel

Dubai (Reuters) - Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden hat den USA wegen ihres engen Bündnisses mit Israel gedroht.

Der Extremisten-Anführer wandte sich in einer am Montag auf einer islamistischen Internet-Seite veröffentlichen Botschaft direkt an die US-Bürger: “Die Zeit ist gekommen, dass ihr euch selbst befreit von der Furcht und von dem ideologischen Terrorismus der Neo-Konservativen und der israelischen Lobby.”

Die Audio-Botschaft war elf Minuten lang und wurde kurz nach dem Jahrestag der Anschläge am 11. September 2001 veröffentlicht, für die Al-Kaida verantwortlich gemacht wird. “Der Grund für unseren Streit mit euch ist eure Unterstützung für euren Verbündeten Israel, der unser Land in Palästina besetzt hält”, sagte Bin Laden. Die Echtheit des Bandes konnte allerdings zunächst nicht bestätigt werden.

In seiner “Mitteilung an das amerikanische Volk” sagte Bin Laden, mit US-Präsident Barack Obama habe es keine wirkliche Veränderung der Politik der USA gegeben. Schließlich habe Obama von seinem Vorgänger George W. Bush den Verteidigungsminister Robert Gates sowie andere Mitarbeiter übernommen. “Wenn ihr eure Situation genau bedenkt, dann werdet ihr erkennen, dass das Weiße Haus von Interessensgruppen besetzt ist.” Anstatt für die Befreiung des Irak zu kämpfen, wie dies Bush für die USA reklamiert habe, hätte das Weiße Haus befreit werden müssen, sagte Bin Laden.

Der Extremist wird in der Gebirgsregion im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan vermutet. Er hat sich wiederholt per Internet zu Wort gemeldet. Zuletzt hatte er Anfang Juni öffentlich den USA “Rache und Hass” geschworen - kurz bevor Obama der muslimischen Welt in seiner Rede in Kairo einen Neuanfang anbot.

Experten zufolge steht Bin Laden unter dem Druck seiner eigenen Anhänger, die ihm vorwerfen, ihm sei nie ein direkter Angriff auf Israel gelungen. Bin Laden verbreite die Lüge, seine Al-Kaida-Organisation sei trotz der Rückschläge, die sie habe einstecken müssen, noch immer stark, sagte ein in der Golf-Region ansässiger Sicherheitsexperte.

Der Asien-Fachmann Ali Dschalali von der National Defense University in Washington sagte, Bin Laden versuche, die Debatte in Europa und den USA über den Afghanistan-Einsatz zu nutzen. “Er denkt, der Westen sei des Krieges müde, und mit ein bisschen mehr Druck und Einschüchterung könne er das vorantreiben”, sagte Dschalali, der von 2003 bis 2005 Innenminister in Afghanistan war. Bin Laden richte sich auch an die Rebellen in Afghanistan und Pakistan mit der Botschaft, die Al-Kaida-Organisation habe trotz des wachsenden Druckes ihre Moral nicht verloren.

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