November 29, 2017 / 3:13 PM / 19 days ago

US-Wirtschaftsboom bereitet Boden für Zinserhöhung

Washington (Reuters) - Angesichts überraschend guter Wachstumsdaten in den USA ist der Weg für eine dritte Zinserhöhung im laufenden Jahr wohl frei.

A shopper carries Gap shopping bags at The Grove mall in Los Angeles November 26, 2013. REUTERS/Lucy Nicholson/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD PACKAGE - SEARCH "BUSINESS WEEK AHEAD JULY 11" FOR ALL IMAGES

Zwischen Juli und September legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent zu - das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Das Handelsministerium revidierte mit den am Mittwoch vorgelegten Daten eine frühere Schätzung von 3,0 Prozent. Im Frühjahr hatte die Wirtschaft um 3,1 Prozent zugelegt. Die scheidende Notenbankchefin Janet Yellen sieht angesichts der rund laufenden Konjunktur Bedarf für weitere Zinserhöhungen, äußerte sich in einem Redetext für einen Auftritt im US-Kongress jedoch nicht zum Zeitplan. Investoren rechnen damit, dass es bereits Mitte Dezember den nächsten Schritt nach oben geben wird.

Dies dürfte die letzte große Entscheidung unter Yellen werden, der im Februar der langjährige Direktor Jerome Powell nachfolgen dürfte. Dieser hat bereits signalisiert, dass er weitere schrittweise Zinserhöhungen für den besten Weg hält, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Zugleich signalisierte er bereits für Dezember den nächsten Schritt, da auch wegen der im Land herrschenden Vollbeschäftigung die Argumente für eine Erhöhung “immer zwingender” würden. Er geht davon aus, dass dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent drin ist. Für nächstes Jahr veranschlagt er ein Plus von 2,0 bis 2,5 Prozent.

“Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass die größte Volkswirtschaft der Welt unter Volldampf steht”, sagte Ökonom Jacob Deppe von der Online-Handelsplattform Infinox. Der Aufschwung in den USA hält nun bereits im achten Jahr in Folge an, nachdem die Wirtschaft im Sog der Weltfinanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 in die Rezession abgerutscht war. Zuletzt hatte die Zentralbank Federal Reserve angesichts der guten Konjunkturentwicklung den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken im Juni auf das aktuell gültige Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent erhöht. Einen ersten Schritt nach oben im laufenden Jahr hatte sie im März gewagt.

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