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Wirtschaftsnachrichten

US-Wirtschaft bleibt hinter Trumps Wachstumsziel zurück

Bundles of banknotes of U.S. Dollar are pictured at a currency exchange shop in Ciudad Juarez, Mexico January 15, 2018. REUTERS/Jose Luis Gonzalez

Washington (Reuters) - Die US-Wirtschaft ist 2019 deutlich unter dem von Präsident Donald Trump genannten Wachstumsziel geblieben.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 2,3 Prozent zu, während Trump eine Marke von drei Prozent ins Gespräch gebracht hatte. Der Republikaner, der im November seine Wiederwahl anstrebt, drängt die unabhängige Notenbank (Fed) immer wieder zu Zinssenkungen, um der Konjunktur einen zusätzlichen Schub zu geben.

Zuletzt warf er der Fed auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor, sie habe die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt. Die Fed hatte am Mittwoch ungeachtet der Zwischenrufe Trumps entschieden, den Leitzins in der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent zu halten. Das moderate Wirtschaftswachstum und die stabile Lage am Arbeitsmarkt bestärken die Währungshüter in ihrer Ansicht, dass derzeit kein Kurswechsel nötig sei. Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe gab jedoch zu bedenken, dass vom Coronavirus und dem Produktionsausfall von Boeing klare Abwärtsrisiken ausgingen: “Dies kann sogar die Fed auf den Plan rufen.”

Doch Ökonom Dirk Chlench von der LBBW verweist darauf, dass das US-Wachstum im internationalen Vergleich noch immer relativ hoch sei. “Die US-Wirtschaft ist voraussichtlich erneut stärker gewachsen als jeder andere G10-Industriestaat”, erklärte er. Zum Vergleich: In Deutschland reichte es 2019 nur zu einem Plus von 0,6 Prozent.

“AUFSCHWUNG WEIT FORTGESCHRITTEN”

Im vierten Quartal stieg das US-BIP um - auf das Jahr hochgerechnet - 2,1 Prozent und damit exakt in derselben Geschwindigkeit wie im vorangegangenen Vierteljahr. Dabei fällt ins Auge, dass das Wachstum nicht mehr so stark von den Verbrauchern angeschoben wurde wie im Sommer. Ihre Konsumausgaben stiegen mit 1,8 Prozent nicht mehr so kräftig wie damals mit 3,2 Prozent. “Angesichts des robusten Arbeitsmarktumfeldes und der insgesamt hohen Verbraucherstimmungen sind die Konsumperspektiven freundlich – ungeachtet der kleinen Delle im Schlussquartal”, erklärte Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba.

Zugleich lieferte der Außenhandel mitten im Zollkonflikt der USA mit China einen Wachstumsbeitrag von 1,5 Prozentpunkten. “Allerdings geht dieser weniger auf einen Exportanstieg zurück, sondern auf einen Einbruch der Importe, was kein gutes Zeichen für die Stärke der Binnenwirtschaft ist”, führte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz aus. Nach Ansicht des Chefvolkswirts von Degussa Goldhandel, Thorsten Polleit, spricht einiges dafür, dass die Fed die Zinsen nach drei Senkungen im vorigen Jahr weiter kappen könnte. “Denn US-Präsident Trump wird im Wahljahr 2020 vermutlich vehement auf niedrige Zinsen drängen. Zudem ist der US-Aufschwung schon recht weit vorangeschritten. Er geht in sein elftes Jahr und ein Abflachen der Expansion wird wahrscheinlicher”, konstatierte Polleit.

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