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Wirtschaftsnachrichten

US-Wirtschaft meldet sich im Sommer mit Rekordwachstum zurück

FILE PHOTO: A customer has his temperature taken while in line outside an Apple Store to pick up Apple's new 5G iPhone 12, as the coronavirus disease (COVID-19) outbreak continues in Brooklyn, New York, U.S. October 23, 2020. REUTERS/Brendan McDermid/File Photo

Washington (Reuters) - Die US-Wirtschaft hat nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr ein Rekordwachstum hingelegt.

Im Sommerquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 33,1 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington am Donnerstag und damit nur wenige Tage vor den US-Präsidentenwahl mitteilte. “Was für eine Zahl. (US-Präsident) Donald Trump wird das starke Wirtschaftswachstum in den letzten Wahlkampftagen zelebrieren”, prognostizierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Doch der gewaltige BIP-Zuwachs im Zeitraum von Juli bis September beruhe im Wesentlichen auf statistischen Effekten.

Die US-Wirtschaft sei schließlich im zweiten Quartal “über die Klippe gestürzt”. Damals war das BIP um 31,4 Prozent eingebrochen. Die wieder erwachte Konsumlust der Amerikaner erwies sich im Sommer als Motor des Aufschwungs: Die privaten Ausgaben legten um annualisiert 40,7 Prozent zu, nachdem sie wegen der Kontaktbeschränkungen und steigender Arbeitslosigkeit im Frühjahr noch deutlich geschrumpft waren. Auch Exporte und Investitionen gingen im dritten Quartal kräftig nach oben.

“ERHOLUNG DROHT SCHNAPPATMUNG”

Auch wenn sich im Sommer eine konjunkturelle Besserung abzeichnete, machen sich angesichts des Corona-Infektionsgeschehens wieder Ängste vor einem erneuten Rückschlag für die Wirtschaft breit. Dies setzte zuletzt auch der Wall Street zu.[L8N2HJ82X] “Der BIP-Rekordanstieg wird eine Eintagsfliege bleiben, denn die wirtschaftspolitischen Impulse lassen bereits nach, und mit den erhöhten Neuinfektionszahlen droht der Erholung Schnappatmung”, äußerte Ökonom Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Der Konsummotor laufe bereits auf niedrigeren Touren. Das Investitionsklima bleibe stark getrübt. Hinzu kämen Belastungen aus Insolvenzen und hoher Verschuldung.

Am Arbeitsmarkt zeichnet sich keine durchgreifende Erholung ab. Insgesamt stellten vorige Woche 751.000 Amerikaner einen Erstantrag auf staatliche Arbeitslosenhilfe. Das sind 40.000 weniger als in der Woche davor. Die Zahl bleibt trotz des Rückgangs für US-Verhältnisse aber sehr hoch.

Im Zuge der Corona-Pandemie gingen mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang nur gut die Hälfte wieder geschaffen wurde. Mit dieser Hypothek geht Trump ins Rennen um das Weiße Haus am 3. November. Er hatte seinen Wählern einst versprochen, “der größte Job-produzierende” US-Präsident zu sein, den Gott jemals erschaffen habe. Trumps demokratischer Herausforderer Joe Biden lag Umfragen zufolge in der Wählergunst zuletzt aber vorn.

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