October 23, 2019 / 12:13 PM / in 21 days

Unglücksmaschine 737 Max verhagelt Boeing die Bilanz

The Boeing logo is displayed on a screen, at the New York Stock Exchange (NYSE) in New York, U.S., August 7, 2019. REUTERS/Brendan McDermid

Seattle (Reuters) - Beim US-Flugzeugbauer Boeing schlägt das weltweite Startverbot für seine Unglücksmaschine 737 Max immer stärker auf die Bilanz durch.

Im Kerngeschäft sei der operative Gewinn im dritten Quartal auf 895 Millionen Dollar (792 Millionen Euro) von 1,89 Milliarden Dollar (1,67 Milliarden Euro) im Vorjahreszeitraum eingebrochen, teilte der Airbus-Konkurrent am Mittwoch mit. Beim Free Cash Flow verbuchte Boeing einen Fehlbetrag von 2,89 Milliarden Dollar nach einem positiven Betrag von 4,1 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. “Oberste Priorität ist für uns weiterhin, die 737 Max wieder sicher in Dienst zu stellen, wobei wir fortlaufende Fortschritte machen”, erklärte Boeing-Boss Dennis Muilenburg. Boeing bekräftigte, auf eine Rückkehr der Maschine im vierten Quartal zu setzen. Nach zwei Abstürzen muss die 737 Max seit März am Boden bleiben.

Bei den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Am Dienstag hatte Boeing auch personelle Konsequenzen aus der Krise gezogen, die den Flugzeugbauer nach früheren Angaben mit rund acht Milliarden Dollar teuer zu stehen kommt. Der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Kevin McAllister, wurde seines Postens enthoben und durch den langjährigen Boeing-Manager Stan Deal ersetzt. Es war die bislang weitreichenste Personalentscheidung im Zusammenhang mit der Unglücksmaschine. Ursprüngliche Pläne zum Ausbau der 737 Max-Produktion am Standort Seattle musste der Konzern zurücknehmen. Die Rekordzahl von 57 Stück je Monat werde nicht vor Ende 2020 erreicht und damit Monate später als bislang angestrebt.

In Indonesien, wo bei dem Absturz 189 Menschen ums Leben kamen, gaben die Ermittler Konstruktionsfehler als Ursache an. Die Behörde habe dies den Familien der Opfer am Mittwoch noch vor der offiziellen Veröffentlichung eines Abschlussberichts mitgeteilt. Wie der Präsentation zu entnehmen ist, soll eine Fehlfunktion des Kontrollsystems das Unglück mitverursacht haben. “Mängel” in der Kommunikation der Flugbesatzung und der manuellen Steuerung des Flugzeugs hätten ebenfalls zum Absturz beigetragen. Eine Boeing-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern. Auch die betroffene Fluggesellschaft Lion Air lehnte eine Stellungnahme ab. Der Abschlussbericht soll offiziell am Freitag veröffentlicht werden.

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