May 1, 2011 / 10:41 AM / in 8 years

Erdbeben lassen Gewinn von Buffett-Firma einbrechen

Berkshire Hathaway Chairman Warren Buffett is surrounded by the press as he wanders the company trade show before his company's annual meeting in Omaha, Nebraska April 30, 2011. REUTERS/Rick Wilking

Omaha (Reuters) - Die schweren Naturkatastrophen zu Jahresbeginn haben den Gewinn der Investmentfirma des US-Milliardärs Warren Buffett belastet.

Der Starinvestor sagte am Samstag bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, der Nettogewinn werde vorläufigen Schätzungen zufolge wegen Verlusten im Versicherungsgeschäft durch die Beben in Japan und Neuseeland im ersten Quartal bei 1,5 Milliarden Dollar liegen. Das ist ein Minus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Versicherungen machen knapp die Hälfte der Geschäfte Buffetts aus. Buffet kündigte vor den rund 40.000 Aktionären in seiner Heimatstadt Omaha an, Ausschau nach weiteren Investitionen auf dem Rückversicherungsmarkt zu halten. Die Beteiligungen an Münchener Rück und Swiss Re seien nicht groß genug, um allein für Berkshires Risiko-Appetit stehen zu können.

Nach Angaben von Buffett war das erste Quartal das zweitschlechteste Vierteljahr in der Geschichte der Versicherungsindustrie. Die Verluste durch das Beben in Japan am 11. März würden sich auf mehr als eine Milliarde Dollar belaufen. Die Katastrophe in Neuseeland habe die Firma 412 Millionen Dollar gekostet. Wegen dieser zwei Ereignisse werde das Versicherungsgeschäft im laufenden Gesamtjahr wahrscheinlich erstmals in die roten Zahlen rutschen, sagte Buffett. Abgesehen vom Wohnungsbau hätten sich praktisch alle anderen Firmen verbessert.

Für das aus 80 verschiedenen Firmen bestehende Imperium sind Probleme im Versicherungsgeschäft gleichbedeutend mit Schwierigkeiten bei der Finanzierung von Investitionen. Berkshire nutzt das Versicherungsgeschäft, um neue Anlagen günstig zu bezahlen. Dies ist möglich, weil Versicherungsbeiträge meist weit vor einem Schadensfall eingenommen werden. Um weiterhin Geld in die Hand nehmen zu können, wird Berkshire auch für 2010 keine Dividende an seine Aktionäre ausschütten. Es sei besser, das Geld bei Berkshire zu belassen und für Investitionen zu nutzen, sagte Buffett. Einige Aktionäre hatten Ausschüttungen gefordert. Zu Jahresende war die Bargeld-Kasse der Beteiligungsgesellschaft mit 38,23 Milliarden Dollar mehr als prall gefüllt. Der 80-jährige Buffett bezeichnet seine Hauptversammlung gern als “Woodstock für Kapitalisten”.

BUFFETT RÄUMT FEHLER BEI UMGANG MIT SOKOL EIN

Im Umgang mit seinem inzwischen zurückgetretenen Kronprinzen David Sokol räumte Buffett Fehler ein. Er hätte bei Sokol energischer Informationen über dessen Kauf von Aktien des Chemieunternehmens Lubrizol einfordern müssen, sagte der laut Forbes-Liste zweitreichste Amerikaner. Die Sokol-Geschichte hatte Wolken an den sonst rosigen Himmel von Buffetts Imperium gezeichnet. Lange galt der Manager als Nachfolger von Buffet, fiel dann jedoch vor einigen Wochen über eine Insider-Trading-Affäre im Zusammenhang mit dem Lubrizol-Kauf. Der Manager habe gegen firmeninterne Regeln verstoßen, sagte Buffett. Zu seiner eigenen Zukunft äußerte sich der als “Orakel von Omaha” bekannte Manager erneut nicht. Trotz seines Alters kümmert er sich noch selbst um die meisten Beteiligungen, zu denen auch nennenswerte Anteile an Microsoft, Coca-Cola und Goldman Sachs gehören. Bezüglich der Investitionen in den Bankensektor gab sich Buffett skeptisch. Weil die Institute ihren Verschuldungsgrad abbauten, werde es in den kommenden Jahren deutlich weniger Gewinn als früher geben, sagte er und nannte dabei zwei Ausnahmen: Wells Fargo und U.S. Bancorp. Sie zählten zu den besten Banken in den USA, sagte der Firmenchef. An beiden Banken hält Berkshire ebenfalls Anteile.

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